Corona-Pandemie

Corona in Niedersachsen – „Vorgehen gefährdet Krankenhauslandschaft“

Die Corona-Lage in den Krankenhäusern wird immer angespannter, die Kliniken müssen Intensiv-Kapazitäten erweitern. Der Städtetag fordert einen finanziellen Ausgleich.

Hannover/Bremen – Die Situation in den Krankenhäusern ist trotz einer nahezu stagnierenden Inzidenz mit Corona weiterhin äußerst prekär. Laut der Landesregierung war am Mittwochvormittag, 1. Dezember 2021, fast jeder zehnte Patient auf einer Intensivstation in Niedersachsen ein an Covid-19 Erkrankter. Die Kliniken sind nahezu am Limit, es fehlt Personal an alles Ecken und Enden und jetzt müssen auch noch Kapazitäten für weitere Corona-Patienten auf den Intensivstationen geschaffen werden. Und auch die neuentdeckte Corona-Variante Omikron (B.1.1.529) bereitet den Behörden Kopfzerbrechen.

Virus:Coronavirus, Covid-19
Krankheitserreger:SARS-CoV-2
Vorkommen:Weltweit
Erster bekannter Fall:1. Dezember 2019
Neuentdeckte Variante aus dem südlichen Afrika:Variante Omikron (B.1.1.529)

Corona in Niedersachsen: Robert Koch-Institut meldet 16 Todesfälle – Landkreis Cloppenburg mit Inzidenz von 464

Die Kliniken arbeiten mit Hochdruck an einer Lösung, während die Corona-Pandemie Deutschland, Niedersachsen und Bremen weiterhin fest im Griff hat. Zwar sank am Donnerstagmorgen, 2. Dezember 2021, die 7-Tage-Inzidenz den zweiten Tag in Folge leicht auf 206,8 (Vortag: 207), trotzdem wurden den Behörden laut Angaben des Robert-Koch-Instituts am Morgen 3481 Neuinfektionen gemeldet, in Zusammenhang mit dem Coronavirus sind in Niedersachsen 16 weitere Todesfälle zu beklagen. Spitzenreiter in Niedersachsen ist weiterhin der Landkreis Cloppenburg mit einer Inzidenz von 464,0.

Mehr Covid-19-Neuinfektionen in Niedersachsen: 3481 Neuinfektionen und 16 weitere Corona-Tote

Am Mittwoch betrug die Hospitalisierungsinzidenz in Niedersachsen 7,3. Den aktuellen Wert für Donnerstag, 2. Dezember 2021, gibt die Landesregierung im Laufe des Vormittags bekannt. Aktuell haben in Niedersachsen 73,6 Prozent der Bevölkerung mindestens eine Impfung gegen Covid-19 erhalten, vollständig gegen Corona immunisiert sind 70,3 Prozent. Eine Booster-Impfung erhielten bis jetzt zwölf Prozent der berechtigten Bürger.

Inzwischen hat Niedersachsen flächendeckend die 2G plus-Regel eingeführt. Ein Lockdown ist im Gespräch, am Donnerstag tagen im Bund-Länder-Gipfel die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten mit der geschäftsführenden Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Kanzlerkandidat Olaf Scholz (SPD).

Im kleinsten Bundesland Bremen hingegen stieg die 7-Tage-Inzidenz wieder an. Nachdem sie am Mittwoch noch bei 213,0 gelegen hatte, kletterte der Wert am Donnerstagmorgen auf 228,0. Dies entspricht 280 Neuinfektionen, im Zusammenhang mit dem Virus ist am Donnerstagmorgen ein weiterer Todesfall zu beklagen. Heruntergerechnet auf die Stadtgemeinde Bremerhaven ergibt sich so eine Inzidenz von 230,7, in Bremen selber liegt sie bei 227,5.

Weihnachten steht vor der Tür und die Infektionszahlen schießen weiter in die Höhe. Am Donnerstagmorgen vermeldeten die Behörden erneut fast 400 Corona-Tote innerhalb von 24 Stunden. Die Kliniken in ganz Deutschland arbeiten am Limit.

In Bremerhaven liegt die Hospitalisierungsinzidenz aktuell bei 9,69 Einweisungen pro 100.000 EInwohner binnen sieben Tage. In der Stadtgemeinde Bremen ist die Situation etwas entspannter, hier werden aktuell 5,12 Bürger von 100.000 innerhalb einer Woche mit einer Coronainfektion ins Krankenhaus eingeliefert. Eine Erstimpfung haben in Bremen bereits 83,1 Prozent erhalten, vollständig immunisiert durch eine zweite Impfung sind 80,2 Prozent der Bevölkerung, eine Booster-Impfung bekamen bisher rund 13,8 Prozent der berechtigten Bürger.

Bremen auf Weg zur Herdenimmunität: 80 Prozent der Bremerinnen und Bremer sind vollständig geimpft

Damit ist das kleinste Bundesland deutschlandweit einsame Spitze. Bremen ist sozusagen Deutscher Meister im Impfen. Denn im gesamten Bundesgebiet sind bisher erst 71,4 Prozent der Menschen erstgeimpft gegen eine Covid-19-Infektion. Um die viel zitierte Herdenimmunität zu erreichen ist es also noch ein weiter Weg. Wissenschaftler gegen davon aus, dass dafür bundesweit eine Impfquote von 85 bis 90 Prozent erreicht werden müsste. Davon ist man noch weit entfernt, denn bisher sind in ganz Deutschland erst 68,6 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft. Eine dritte Auffrischungsimpfung erhielten nach den aktuellsten Zahlen 12,5 Prozent aller Berechtigten.

Dass, die Impfungen nicht ausreichend sind für eine Herdenimmunität, haben die Infektionszahlen auf Bundesebene am Donnerstagmorgen wieder einmal traurigerweise bewiesen. So infizierten sich innerhalb der vergangenen 24 Stunden in Deutschland 73.209 Menschen mit dem Coronavirus. Das sind fast 6000 gemeldete Infektionen mehr als noch am Mittwoch. Trotzdem sank die 7-Tage-Inzidenz den dritten Tag in Folge auf nun 439,2. Am Montag war ein Höchstwert von 452,4 erreicht worden, am Dienstag hatte der Wert bei 452,2 gelegen, am Mittwoch bei 442,9.

Die Behörden meldeten am Donnerstagmorgen für ganz Deutschland 388 neue Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19. Auch diese Zahl sank leicht, am Mittwoch waren es noch 447 gemeldete Todesfälle. Somit hat Deutschland seit Beginn der Pandemie im März 2020 102.178 Todesfälle zu verzeichnen. Die Hospitalisierungsinzidenz für ganz Deutschland liegt bei 5,73.

Corona-Lage in den Krankenhäusern: Niedersächsischer Städtetag fordert finanziellen Ausgleich für Kliniken

Bei der momentanen Situation in den Krankenhäusern mutet die niedersächsische Corona-Verordnung wie ein Hohn, die besagt, dass die Krankenhäuser weiter Betten für Covid-19-Patienten freihalten sollen. Die Verordnung schaffe zwar Kapazitäten für Covid-Patienten und -Patientinnen, sichere aber die Kliniken nicht finanziell ab, bemängelte der Präsident des Niedersächsischen Städtetages, der frühere Lüneburger Oberbürgermeister Ulrich Mädge (SPD).

„Dieses Vorgehen gefährdet die ohnehin fragile Krankenhauslandschaft in Niedersachsen“», teilte er am Mittwoch mit. Der Verband fordere daher die Zusage des Landes für einen angemessenen Kostenausgleich. Wenn der Bund nicht einspringen solle, müsse dieser vom Land kommen.

In der neuen niedersächsischen Corona-Verordnung wird vorgeschrieben, dass Krankenhäuser Reserven für weitere Patienten vorhalten müssen, die an Covid-19 erkrankt sind. In der Verordnung fehle aber eine Regelung zum finanziellen Ausgleich, hieß es. Es gebe weder eine landes- noch bundesrechtliche Regelung, kritisiert der Städtetag. Aktuell gingen die Krankenhäuser damit leer aus und würden mit jedem frei gehaltenen Bett Verluste schreiben. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Jens Büttner/dpa

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