Pandemie in Deutschland

Corona in Niedersachsen: Vierte Welle rollt – Jüngere besonders betroffen

Seit Tagen steigen erneut die Infektionszahlen in Deutschland: Das Coronavirus ist wieder auf dem Vormarsch. Auch in Norddeutschland greift Covid-19 um sich.

Hannover – Die Corona-Pandemie ist wieder da – mit voller Härte. Nachdem sich in den vergangenen Wochen mehrere Politiker und auch die mögliche Ampelkoalition für das Ende der pandemischen Lage ausgesprochen hatten, erreicht die Sieben-Tage-Inzidenz wieder deutliche Werte über 100. Wie das Robert Koch-Institut für Samstag angab, wurden über 34.000 Neuinfektionen registriert. Und auch in Norddeutschland steigen die Fallzahlen – die Infektionsschwerpunkte liegen aber deutlich in anderen Bundesländern. Um der Lage wieder Herr zu werden, sollen in den Ländern wieder die Impfzentren öffnen.

Deutsches Land: Niedersachsen
Fläche:47.614 km²
Bevölkerung:7,982 Millionen (2019)
Hauptstadt:Hannover

Corona in Niedersachsen: steigende Inzidenz besonders bei Jüngeren

Inzwischen ist die vierte Coronawelle da – und betroffen sind derzeit besonders jüngere Altersgruppen vom starken Anstieg der Coronafälle. Wie Zahlen des Robert Koch-Instituts zeigen, liegen die Inzidenzwerte für den norddeutschen Raum bei Unter-15-Jährigen bei etwa 149. In der Altersgruppe bis 34 Jahren beträgt die Inzidenz 120, bei 35- bis 59-Jährigen 101. In Niedersachsen sieht die Situation ähnlich aus: Hier führen die Sechs- bis Elfjährigen die Spitze der Inzidenzwerte an.

Eine Mitarbeiterin der Pflege steht in einem Zimmer einer Corona-Intensivstation.

Der aufsteigende Trend setzt sich aber nicht bei allen Altersgruppen fort: Wie der NDR berichtet, sank die Inzidenz bei älteren Menschen zuletzt sogar ab. Eine mögliche Ursache hierfür könnte die Tatsache sein, dass in den jüngeren Bevölkerungsgruppen die Impfquote deutlich niedriger ist. Während die vierte Welle an Intensität gewinnt, füllen sich langsam auch die Krankenhäuser mit erkrankten Ungeimpften.

Corona in Deutschland: Jens Spahn wirbt für Boosterimpfungen

Während der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zuletzt die Notwendigkeit von Boosterimpfungen verdeutlichte, steigt in Deutschland die Impfquote nur noch schleppend. Wie aus Zahlen des Robert Koch-Instituts hervorgeht, sind inzwischen 57,9 Millionen Menschen in Deutschland mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft – das entspricht einem Anteil von etwa 70 Prozent. 55,8 Millionen Menschen sind vollständig geimpft. In Niedersachsen wird bei der Impfkampagne unter anderem auf mobile Impfteams gesetzt.

Zuletzt gab es an den Zahlen des RKI immer wieder Kritik und auch das Institut selbst geht davon aus, dass unter Erwachsenen vermutlich mehr Menschen geimpft sind, als die Daten zeigen. Regional gesehen gibt es deutlich Unterschiede bei den Impfquoten. So sind etwa in Bremen mittlerweile etwa 79 Prozent der Menschen vollständig gegen das Coronavirus geimpft, in Sachsen liegt der Anteil bei etwa 57 Prozent. Der Freistaat ist derzeit besonders betroffen: Die Inzidenz lag zuletzt bei 415,8 – in Niedersachsen bei 97,1.

Impfpflicht bei Corona: Marburger Bund befürwortet berufsbezogene Regeln

In Bezug auf die Impfquote hat sich der Marburger Bund für eine berufsbezogene Impfpflicht ausgesprochen. „Die Pflicht zur Schutzimpfung gegen das Coronavirus soll für Personen gelten, die in medizinischen Einrichtungen, Alten- und Pflegeheimen sowie Schulen und Kindertagesstätten tätig sind“, hielten die Mitglieder der Ärzte-Vereinigung auf einer Hauptversammlung fest. Auch für Menschen, die in Obdachlosenunterkünften, Einrichtungen für Asylbewerber und Geflüchtete, in Arztpraxen oder bei ambulanten Pflegediensten arbeiten, sollte eine Impfpflicht eingeführt werden.

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Es gebe nach Einschätzung der Experten dringenden Handlungsbedarf, da die Coronafallzahlen rasant steigen und es zunehmend zu Impfdurchbrüchen bei älteren Menschen kommt. Gleichzeitig ist die Impfquote bei den Beschäftigten in diesen Bereichen teilweise weiterhin zu gering. Doch auch Geimpfte übertragen häufiger ansteckend, als bisher angenommen.

Corona in Sachsen: Michael Kretschmer mahnt zu schnellem Handeln

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) mahnt angesichts der stark steigenden Corona-Infektionen zu konsequentem Handeln. „Wir müssen jetzt in einer besonderen Weise auf die Bremse treten“, sagte er. „Das kann kein gutes Ende nehmen. Wir wollen keinen neuen Lockdown. Wir wollen, dass Kindergärten und Schulen offen bleiben.“ Doch dafür müsse man jetzt handeln. Der CDU-Politiker sprach sich dafür aus, dass Corona-Schnelltests wieder für alle kostenlos werden.

Karl Lauterbach: Gesundheitsexperte rät von größeren Weihnachts- und Karnevalsfeiern ab

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach blickt weiterhin mit Sorge auf die kommenden Monate und rät von größeren Weihnachts- und Karnevalsfeiern ab. „Diese wird wahrscheinlich die letzte große Welle der Pandemie sein, kann aber noch sehr viele Menschenleben kosten. Daher ist es wichtig, dass die Menschen vorsichtiger werden“, sagte er der Rheinischen Post. „Dazu gehört, möglichst auf betriebliche Weihnachtsfeiern in Innenräumen zu verzichten, an Weihnachten in kleineren Gruppen zu feiern und nicht zum Karneval zu gehen.“

Mit Blick auf die Situation an den Schulen rät der SPD-Politiker Schülerinnen und Schülern: „Ich halte es für medizinisch geboten, dass Kinder ihre Maske im Unterricht tragen, auch wenn Länder die Pflicht abgeschafft haben, was ich für einen Fehler halte.“ Spahns Sorge vor vielen möglichen Infektionen in den Wintermonaten teilt auch der Virologe Hendrik Streeck. Er warnte bereits vor einem möglichen Klinik-Kollaps. *kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Fabian Strauch/dpa/Illustration

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