Covid-19-Pandemie

Corona in Niedersachsen: Inzidenz in einer Stadt und einem Landkreis prekär

Im Kampf gegen die vierte Corona-Welle wird die Gangart verschärft. Die Inzidenz in Niedersachsen steigt trotzdem. Eine Stadt und ein Landkreis sind stark betroffen.

Hannover/Berlin – Corona hält Niedersachsen und Deutschland weiter in Atem. Die Inzidenz klettert höher und stellt jeden Tag neue Rekorde auf. Bereits zu Beginn der Woche kam es zu einer Rekord-Inzidenz, die im Verlauf der Woche immer weiter in neue Corona-Höhen schoss und in beinahe 3000 Covid-19-Neuinfektionen im Bundesland mündete. Während Niedersachsen im bundesweiten Vergleich noch verhältnismäßig gut dasteht, begeben sich die Inzidenzzahlen auch im nördlichen Bundesland erneut auf einen Höchststand bei den Corona-Neuinfektionen.

Corona in Niedersachsen: Inzidenz klettert auf 154,2 und RKI meldet 2624 Covid-19-Neuinfektionen – Salzgitter und Landkreis Cloppenburg sind Spitzenreiter

Am 19. November 2021 zeigte das Covid-19-Dashboard des Robert Koch-Instituts (RKI) 2624 Corona-Neuinfektionen und eine Inzidenz von 154,2 (Stand: 6:15 Uhr) in Niedersachsen. Insgesamt beklagt das Bundesland weitere 8 Todesfälle im Zusammenhang mit Sars-CoV-2. Im bundesweiten Vergleich reiht sich Niedersachsen somit hinter Schleswig-Holstein (Inzidenz: 122,8) und Bremen (140,4) auf dem drittletzten Platz ein.

Trauriger Spitzenreiter bei der Corona-Inzidenz ist laut des RKI-Dashboards die kreisfreie Stadt Salzgitter mit einer Inzidenz von 344 vor dem Landkreis Cloppenburg mit einer Inzidenz von 332,5. Dahinter folgt der Landkreis Emsland mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 233,5

TagNeuinfektionen | Todesfälle | Inzidenz
Freitag (19.11.2021)52.970 | 201 | 340,7
Donnerstag (18.11.2021)65.371 | 264 | 336,9
Mittwoch (17.11.2021)52.826 | 294 | 319,5
Dienstag (16.11.2021)32.048 | 265 | 312,4
Montag (15.11.2021)23.607 | 43 | 303,0
Sonntag (14.11.2021)33.498 | 55 | 289,0

Corona-Zahlen in Deutschland: Inzidenz steigt auf 340,7 – Robert Koch-Institut meldet knapp 53.000 Covid-19-Neuinfektionen

Derweil registrierte das Robert Koch-Institut am 19. November 2021 bei den Corona-Zahlen in Deutschland 52.970 Covid-19-Neuinfektionen. Die bundesweite Inzidenz schießt damit auf einen Wert von 340,7. Darüber hinaus musste das Robert Koch-Institut 201 neue Corona-Todesfälle im Zusammenhang mit Sars-CoV-2 vermelden.

Im Vergleich zum 18. November 2021 sind die erfassten Corona-Zahlen jedoch deutlich gesunken. Denn am Donnerstag vermeldete das RKI noch 65.371 Corona-Neuinfektionen, 264 Todesfälle und eine 7-Tage-Inzidenz von 336,9. Besonders prekär gestaltet sich die Lage weiter in Bayern mit einer Inzidenz von 625,3, Sachsen (593,6) und Thüringen (585,2).

Corona-Gipfel in Berlin: Bundestag segnet neues Infektionsschutzgesetz und verschärfte Corona-Regeln wie 2G, 3G und Homeoffice-Pflicht ab

Bereits am Donnerstag stimmte der Bundestag für das neue Infektionsschutzgesetz und eine mögliche Verschärfung der Corona-Regeln, um die vierte Welle zu brechen. Zu den Corona-Maßnahmen zählen unter anderem 2G- und 3G-Maßnahmen oder Homeoffice-Pflichten.

Die Corona-Inzidenz in Niedersachsen ist erneut gestiegen. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) kündigt neue Corona-Regel für Dienstag an.

Somit haben Bund und Länder nun die rechtliche Grundlage, um im Kampf gegen die vierte Corona-Welle eine schärfere Gangart einzuschlagen. Besonders für Ungeimpfte wird es ungemütlicher, während vor allem bei Booster-Impfungen aufs Tempo gedrückt werden soll.

Corona in Niedersachsen: Ministerpräsident Stephan Weil sieht gute Basis für Impf-Anreiz – Impfen als Ausweg aus dem „Alptraum“

Die Bund-Länder-Beschlüsse zur angespannten Corona-Lage sind aus Sicht von Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil eine gute Basis, um mehr Menschen zum Impfen zu bewegen. Es sei nun verbindlich entschieden, dass besonders gefährdete Gruppen wie Menschen in Alten- und Pflegeheimen besser geschützt werden müssten. „Zudem gibt es die klare Ansage, dass wir für eine Impfpflicht sind für Berufsgruppen, die in solchen Einrichtungen arbeiten“, sagte der SPD-Politiker am Donnerstagabend. Dies ist ein wesentliches Ergebnis der Beratungen.

In der Runde der Länder-Regierungschefs mit Angela Merkel (CDU) als geschäftsführender Kanzlerin habe in dem Punkt Konsens geherrscht, erklärte Weil. „Wenn wir herauswollen aus diesem Alptraum, dann läuft dieser Ausweg nur über das Impfen. Wir haben uns gegenseitig versichert, dass die Impfangebote noch einmal deutlich ausgeweitet werden.“ In den kommenden Wochen und Monaten habe ganz Deutschland „wirklich viele Impfungen vor der Brust, mit Millionen Auffrischungen“.

Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte äußert sich zu neuen Corona-Maßnahmen und Bestätigung im Bundesrat

Bremens Regierungschef Andreas Bovenschulte (SPD) sprach nach den Bund-Länder-Gesprächen von einem sehr konstruktiven Treffen. Er sei optimistisch, dass es am Freitag im Bundesrat eine entsprechende Mehrheit für die am Donnerstag im Bundestag beschlossene Novellierung des Infektionsschutzgesetzes gebe. Anders als im Bundestag hat die künftige Ampel-Regierungskoalition im Bundesrat keine eigene Mehrheit.

Weil warnte, die Novellierung dürfe keinesfalls am Widerstand einzelner Länder im Bundesrat scheitern. Er richtete insbesondere an die Union: „Wir haben eine gemeinsame Verantwortung.“ Er sei aber „guten Mutes“, dass CDU und CSU bei ihren weiteren Beratungen die vom Bundestag getroffenen Neuregelungen mittragen.

Bremer Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD): „Boostern wie der Teufel“

Der Bundestag beschloss am Donnerstag die von SPD, Grünen und FDP vorgelegten Neuregelungen, die unter anderem 3G-Vorgaben am Arbeitsplatz, sowie in Bussen und Bahnen bringen sollen. Bovenschulte verwies auch auf die besondere Bedeutung der Auffrischungsimpfungen für Bremen und in Deutschland. „Wir müssen ordentlich draufsatteln und boostern wie der Teufel.“

Sein niedersächsischer Amtskollege appellierte an die Ungeimpften, sich zu einer Immunisierung durchzuringen: „Mit gleicher Intensität werben wir dafür, dass die Impfquote insgesamt wieder anzieht“ Er rechne damit, dass die 3G-Regel am Arbeitsplatz und im Nahverkehr, sprich in Bus und Bahn, noch etliche Menschen umstimmen könne. „Praktisch setze ich darauf, dass damit auch ein Effekt in Richtung Impfen vorhanden sein wird.“ Wie genau sich die Einhaltung kontrollieren lasse, werde noch geprüft.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) künidgt für nächsten Dienstag die neue Corona-Verordnung an.

Stephan Weil zu 2G in Niedersachsen: Neue Corona-Verordnung soll ab dem 23. November in Kraft treten

Die bundesweit einheitliche Verschärfung der Corona-Regeln im Fall stärker belasteter Krankenhäuser führt laut Weil in Kürze zur Einführung von 2G auch in Niedersachsen. Die neue Corona-Verordnung für Niedersachsen soll vom kommenden Dienstag (23. November) an gelten.

„Wir sehen 2G flächendeckend vor ab einem Hospitalisierungsgrad von drei. In Niedersachsen stehen wir heute bei 4,7“, sagte Weil. Damit die drohenden Engpässe bei den Intensivbetten in Niedersachsen und Bremen zur bitteren Realitität werden.* kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte/dpa

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