Neues Bewertungssystem

Corona Niedersachsen: In Verden steigt Inzidenz auf 55,4

Derzeit ist eine niedrige Corona-Inzidenz der Weg zu mehr Freiheiten im Alltag. Aber bald könnte die bloße Zahl der Neuinfektionen in den Hintergrund rücken.

Hannover – Seit Anfang Juli steigt das Corona-Infektionsgeschehen in Niedersachsen ununterbrochen. Die Inzidenz steht am Donnerstag laut Robert-Koch-Institut landesweit bei 31,5. Eine Woche zuvor lag diese noch bei rund 20 Fällen auf 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Doch dieser Werte könnten für die Bewertung der Corona-Lage schon bald in den Hintergrund rücken. Denn Niedersachsen nimmt wohl bald Abschied vom Stufenplan.

Höchste Inzidenzen (19. August): Wolfsburg61,1
Verden55,4
Hannover49,1
Osnabrück45,4

Die Landesregierung will künftig neben der Inzidenz auch die Faktoren „Hospitalisierung“ und die „Auslastung der Intensivbetten“ berücksichtigen. Dadurch könnte es wie zuletzt in England oder den Niederlanden möglich sein, trotz hoher Inzidenz mehr Freiheiten im öffentlichen Leben als bisher wahrzunehmen.

Inzidenz in Niedersachsen: Bundesland schaut auf „Hospitalisierung“ und „Intensivbetten“

Mit „Hospitalisierung“ ist die landesweite Zahl der im Krankenhaus behandelten Covid-19-Fälle je 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen gemeint (Sieben-Tage-Hospitalisierungs-Inzidenz). Der Indikator „Intensivbetten“ bestimmt sich nach dem prozentualen Anteil der mit Covid-19-Patienten belegten Intensivbetten gemessen an der gesamten Intensivbettenkapazität.

Corona in Niedersachsen: Wolfsburg und Verden mit höchsten Inzidenzen

Doch bisher gelten die alten Regeln. Daher lohnt sich ein Blick auf die Inzidenzen in Niedersachsen. Den derzeit höchsten Inzidenzwert in Niedersachsen hat weiterhin Wolfsburg mit 61,1.

Auf Platz zwei steht derzeit der Landkreis Verden mit einer Inzidenz von 55,4 Corona-Fällen auf 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Die Region Hannover kommt mit einer Inzidenz von 49,1 dahinter auf Platz drei. In den betroffenen Regionen gelten unter anderem wieder strengere Kontaktbesprechung, beispielsweise bei privaten Feiern.

In Zukunft soll auch die Kapazität freier Intensivbetten Einfluss auf die Corona-Maßnahmen haben.

Die niedrigsten Inzidenzen wurden derzeit in den Landkreisen Wittmund mit 10,5 und Friesland mit 12,2 gemessen. Mit Blick auf die „Hospitalisierung“ seien nach Daten des Divi-Intensivregisters in Niedersachsen am Donnerstag noch 31 Menschen mit Corona in Krankenhäusern behandelt. 21 von ihnen müssten invasiv beatmet werden. Die Zahl der freien Intensivbetten lag bei 329, davon hatten 152 eine spezielle Ausstattung zur Behandlung von Corona-Patienten.

Corona in Niedersachsen: In drei Landkreisen keine Intensivbetten mehr frei

Die prozentual höchste Intensivbetten-Auslastung sei am Donnerstag laut Divi-Intensivregisters in den Landkreisen Wittmund, Lüchow-Dannenberg und Gifhorn vorzufinden. In diesen Landkreisen seien derzeit keine Intensivbetten mehr frei.

Für die neue Bewertung der Corona-Lage ist der Landkreis Wittmund durchaus ein interessantes Beispiel. Landesweit wurden die niedrigsten Inzidenzen in Wittmund gemessen, Intensivbetten seien derzeit jedoch nicht frei. Zwar könnten jederzeit neue Intensivbetten errichtet werden, inwiefern das bei der Bewertung der Landesregierung letzten Endes berücksichtigt wird, scheint jedoch noch offen zu sein.

Landkreis Wittmund: Strengere Corona-Regeln trotz landesweit niedrigster Inzidenz?

Somit wäre es vielleicht möglich, dass bei gleicher Infektionslage im Landkreis Wittmund strengere Corona-Regeln gelten könnten als beispielsweise im Landkreis Wolfsburg. Zwar hat Wolfsburg die höchste Inzidenz landesweit, dafür sind in Wolfsburg laut Divi-Intensivregisters noch rund 20 Prozent der Intensivbetten frei.

Prozentual meisten freien Intensivbetten im Landkreis Osterholz

Prozentual die meisten freien Intensivbetten hat derzeit der Landkreis Osterholz mit rund 57 Prozent an freien Betten. Dahinter folgen Wilhelmshaven und die Landkreise Harz und Nienburg mit rund 40 Prozent freien Intensivbetten.

Das Robert Koch-Insitut meldete am 19. August 8400 Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland.

Inzidenz in Deutschland: 8400 Neuinfektionen im Zusammenhang mit Sars-CoV-2 an einem Tag

Die Gesundheitsämter meldeten am Donnerstag deutschlandweit innerhalb eines Tages 8400 Corona-Neuinfektionen. Insgesamt liege die Inzidenz bei 44,2. Deutlich über der von Niedersachsen. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 5638 Ansteckungen gelegen. Innerhalb von 24 Stunden wurden 22 Todesfälle im Zusammenhang mit Sars-CoV-2 registriert. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.690.400 an.

Virologe Christian Drosten äußert sich zur dritten Impfung im Herbst: Auffrischimpfung nur für ältere Menschen

Virologe Christian Drosten äußerte sich derweil zu einer möglichen dritten Corona-Impfung. Für den Großteil aller Geimpften brauche es keine Auffrischimpfung im Herbst. Nur bei älteren Menschen sei diese sinnvoll: „Nach einem halben Jahr geht das über die Impfung erworbene Antikörper-Level vor allem bei sehr alten Menschen deutlich runter.“

Für die übrige Bevölkerung werde irgendwann vielleicht ein Altersniveau definiert werden, ab dem eine Auffrischungsimpfung sinnvoll werde. „In diesem Herbst kommt es aber darauf an, überhaupt erst einmal die Impflücken bei den über 60-Jährigen zu schließen.“ Das Land Bremen hat bereits angekündigt, im Herbst Risikogruppen ein drittes Mal gegen Corona zu impfen. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © dpa/Bernd Thissen

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