Pandemie-Geschehen

Jens Spahn: Booster Auffrischimpfungen für alle nach sechs Monaten vorgesehen

Das RKI sieht die aktuelle Corona-Entwicklung in Deutschland sehr kritisch: Die Lage sei „sehr besorgniserregend“. Auch in Niedersachsen bleibt es angespannt.

Update vom 5. November 2021, 14 Uhr: Angesichts der verschärften Corona-Lage in vielen Regionen Deutschlands wollen Bund und Länder Auffrischimpfungen für alle Geimpften nach sechs Monaten ermöglichen. Dafür sähen die Bundesländer unter anderem Impfbusse und Impfzentren vor, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nach einem Treffen der Fachminister von Bund und Ländern am Freitag in Lindau. Auch die niedergelassenen Ärzte würden sich für die Auffrischimpfungen engagieren. «Boostern nach sechs Monaten sollte die Regel werden - nicht die Ausnahme.» Insbesondere gelte dies für Ältere und das Personal von Pflege- und Gesundheitseinrichtungen.

Lindau am Bodensee/Berlin/Hannover – Die Corona-Lage in Deutschland verschärft sich wieder. So hat das RKI eindringlich vor einer neuen Welle gewarnt und die Risikobewertung für Corona-Ungeimpfte und nicht vollständig Geimpfte angezogen. Unterdessen beraten die Gesundheitsminister von Bund und Ländern bis heute in Lindau am Bodensee über das weitere Vorgehen.

Gegen 13:00 Uhr wollen die Minister vor die Kameras treten und mögliche neue Beschlüsse präsentieren, die vor dem Hintergrund der Corona-Entwicklung in Deutschland eine weitere Covid-19-Explosion in der Bundesrepublik verhindern sollen.

Corona-Impfstoffe:ModernaBiontech/Pfizer
Hersteller/Entwickler:Moderna, NIAIDBioNTech, Fosun Pharma, Pfizer
Art des Impfstoffs:RNARNA
Applikationsform:Intramuskuläre InjektionIntramuskuläre Injektion

Dabei wird wohl auch die neue Risikobewertung des Robert Koch-Instituts in den Überlegungen und möglichen Corona-Beschlüssen eine entscheidende Rolle spielen. Denn das RKI stufte die Risikobewertung für unvollständig oder nicht Geimpfte von „hoch“ auf „sehr hoch“ ein. Das geht aus dem am Donnerstagabend veröffentlichten Wochenbericht hervor.

„Für vollständig Geimpfte wird die Gefährdung als moderat, aber aufgrund der steigenden Infektionszahlen ansteigend eingeschätzt“, ist in dem Bericht zu lesen. Erst vor einer Woche war das Risiko für Geimpfte im Bericht als „moderat“ eingestuft worden. Zum wiederholten Mal betonte das RKI aber auch, dass alle in der Bundesrepublik zugelassenen und verfügbaren Impfstoffe „nach derzeitigem Erkenntnisstand bei vollständiger Impfung wirksam vor einer schweren Erkrankung“ vorbeugen. Dennoch gibt es auch weiterhin Risiken. Jüngst war wohl ein herzkranker 12-jähriger Junge aus Niedersachsen nach einer Impfung verstorben.

RKI-Aussage zur Corona-Entwicklung und der Pandemie der Ungeimpften: „Lage sehr besorgniserregend“

Die aktuelle Entwicklung der Covid-19-Lage in Deutschland ist nach Aussage des RKI „sehr besorgniserregend“. Wenn Corona-Maßnahmen wie Masken, Abstand, Verringern von Kontakten und Lüften nicht ausreichten, um rasch die Zahl der Ansteckungen zu senken, sei eine weitere Zunahme schwerer Erkrankungen und Todesfälle zu befürchten.

Dem Bericht ist ebenfalls zu entnehmen, dass das Robert Koch-Institut sich um die Behandlungskapazitäten der Intensivstationen sorgt. Die Krankenhäuser könnten bei einer weiteren Verschärfung der Corona-Lage an den Rand der Überforderung getrieben werden.

Könnten Ungeimpfte bei einer Corona-Erkrankung bald in Thüringens Krankenhäusern von einer Behandlung ausgeschlossen werden?

In Thüringen scheint es bereits Überlegungen zu geben, wie man so einer Entwicklung entgegentreten kann. Selbst drastische Schritte scheinen im Bereich des Möglichen zu liegen. Denn Ungeimpfte könnten in Thüringen womöglich bald nicht mehr im Krankenhaus behandelt werden. Das äußerte Ministerpräsident Bode Ramelow (Linke) laut Bayerischem Rundfunk (BR) im „Morgenmagazin“ auf ARD und ZDF. Wegen der „Pandemie der Ungeimpften“ gebe es nicht mehr genügend Klinikbetten. Jedem werde garantiert, dass er behandelt werde, so der Landeschef, aber nicht zwingend in Thüringer Krankenhäusern.

RKI registriert 37.120 Corona-Neuinfektionen – Inzidenz in Deutschland bei 169,9

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz der aktuellen Infektionswelle hat den Höchststand der dritten Corona-Welle im Frühjahr übertroffen. Am 26. April hatte sie bei 169,3 gelegen, für Donnerstag meldete das Robert Koch-Institut (RKI) eine Inzidenz von 169,9. Am 26. April hatte sie bei 169,3 gelegen. Den Höchstwert der Inzidenz in der gesamten Pandemie gab es in der zweiten Welle am 22. Dezember 2020 mit 197,6.

Corona in Deutschland: Neuer Covid-19-Höchststand – über 37.000 Corona-Neuinfektionen

Zur Einordnung: Am Vortag hatte der Inzidenzwert noch bei 154,5 gelegen, vor einer Woche bei 139,2. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages den neuen Höchststand von 37.120 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 03:50 Uhr wiedergeben.

Das RKI verschärft die Risikobewertung für Ungeimpfte und nicht vollständig Geimpfte (Symbolbild)

Am Vortag hatte die Zahl der Neuinfektionen bereits den Rekordwert von 33.949 erreicht – so viele wie nie zuvor in der Pandemie. Es war zunächst jedoch nicht klar, inwiefern Nachmeldungen wegen des Feiertags an Allerheiligen bei der Entwicklung eine Rolle gespielt hatten. Vor einer Woche hatte der Wert bei 24.668 Ansteckungen gelegen.

Corona-Zahlen in Deutschland: 154 neue Todesfälle im Zusammenhang mit Sars-CoV-2 gemeldet

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 154 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 121 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.709.488 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen – den für eine mögliche Verschärfung der Corona-Beschränkungen wichtigsten Parameter – gab das RKI am Donnerstag mit 3,73 (Mittwoch: 3,62) an. Bei dem Indikator muss berücksichtigt werden, dass Krankenhausaufnahmen teils mit Verzug gemeldet werden. Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Corona in Niedersachsen: Lage bleibt angespannt

Die Corona-Lage in Niedersachsen bleibt auch am Freitag angespannt. Die Hospitalisierungsinzidenz lag nach Angaben des Landesgesundheitsamtes wie am Vortag bei 4,1 Neuaufnahmen von Covid-19-Erkrankten in Kliniken pro 100.000 Einwohner während der vergangenen sieben Tage. Für Gesundheitsbehörden und Kommunen in Niedersachsen ist dies der wichtigste Indikator zur Bewertung der Lage der Covid-19-Pandemie.

Nach Daten des Robert Koch-Instituts gab es vier neue Covid-19-Todesfälle, die Gesamtzahl stieg auf 6109. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen binnen einer Woche je 100.000 Einwohner stieg demnach am Freitag auf 94,8 – nach 88,8 am Donnerstag.

Boosterimpfungen in sind ein probates Mittel, um auch weiterhin den bestmöglichen Schutz gegen Corona zu garantieren. In Bremen gibt es hier aber einige Dinge in Sachen Boosterimpfungen zu beachten. Ähnlich verhält es sich auch in Niedersachsen mit Auffrischungsimpfungen.

Bettenbelegung auf Intensivstationen in Krankenhäusern in Niedersahsen weiterhin deutlich über 5,8 Prozent

Auf den Intensivstationen der Krankenhäuser waren am Freitag 5,8 Prozent der zur Verfügung stehenden Betten mit Covid-19-Patienten und -Patientinnen belegt, einen Tag zuvor waren es 5,9 Prozent.

Eine Corona-Warnstufe wird in Niedersachsen erreicht, wenn der Hospitalisierungswert (Krankenhausaufnahmen) und mindestens eine der beiden anderen Maßzahlen (Neuinfizierte, Intensivbetten) die in der Verordnung definierten Schwellenwerte überschreiten. So muss beim Leitindikator Hospitalisierung der Wert 6,0 überschritten werden, damit möglicherweise Warnstufe eins ausgerufen werden kann. Die Warnstufen werden teils vom Land, teils von den Kreisen beziehungsweise kreisfreien Städten ausgerufen. Voraussetzung dafür ist, dass die jeweiligen Werte die Schwellen fünf Tage hintereinander übersteigen. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © dpa | Peter Kneffel

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