Vor dem Impfgipfel

Corona-Impfungen für Kinder: Stephan Weil kritisiert Impfkommission 

Die Ständige Impfkomission (Stiko) wird möglicherweise für Kinder und Jugendliche keine Impf-Empfehlung aussprechen. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil reagiert mit deutlicher Kritik.

Hannover - Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat mit Unverständnis auf Signale der Ständigen Impfkommission (Stiko) reagiert, möglicherweise vorerst keine generelle Impf-Empfehlung für Kinder auszusprechen. „Kinder und Jugendliche können sich infizieren und das Virus weitergeben, deshalb müssen sie ein Impfangebot bekommen – sofern eine Zulassung vorliegt, bei der Nutzen und Risiken abgewogen wurden“, sagte Weil dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Bundesland:Niedersachsen
Impfquote in Prozent:41,6
Menschen mit Erstimpfung:3.323.282
Menschen mit Zweitimpfung:1.047.600

„Dass die ständige Impfkommission nun plötzlich den Sinn einer flächendeckenden Impfung von Schülerinnen und Schülern grundsätzlich in Frage stellt, irritiert mich und auch viele andere Menschen.“

Zuvor hatte sich die Impfkommission zurückhaltend gezeigt. Momentan wisse man kaum etwas über die Nebenwirkungen von Corona-Impfungen bei Kindern, erklärte Stiko-Mitglied Rüdiger von Kries in der Sendung „RBB-Spezial“. Bei unklarem Risiko könne er nicht vorhersehen, dass es eine Impf-Empfehlung für eine generelle Impfung geben wird.

Corona-Impfungen für Kinder Thema beim Bund-Länger-Gipfel

Das Thema Corona-Impfungen für Kinder wird am Donnerstag auch beim erneuten „Impfgipfel“ von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten zur Sprache kommen. Angestrebt wird, bis Ende August allen Über-12-Jährigen Impfangebote zu machen. Voraussetzung ist, dass der Impfstoff für diese Altersklasse zugelassen wird und der Bund die dafür notwendigen zusätzlichen eine Million Impfdosen bereitstellt.

Kinder und Jugendliche können sich infizieren und das Virus weitergeben. Deshalb müssen sie ein Impfangebot bekommen, findet Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD).

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) will am Freitag, 28. Mai entscheiden, ob sie den Biontech-Impfstoff für Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren zulässt. 

Corona-Impfungen: Stephan Weil fordert Impfangebot für Kinder

Von der Bundesregierung forderte Weil, die notwendigen Impfdosen für eine Impfung der Schüler zur Verfügung zu stellen. „Der Bundesgesundheitsminister hat die klare Erwartung geweckt, dass allen Schülerinnen und Schülern ein Impfangebot gemacht wird, sobald der Impfstoff für sie zugelassen ist. Ich erwarte, dass der Bund dann auch die entsprechenden Impfstoffdosen in ausreichender Zahl zur Verfügung stellt“, so Weil.

Heinz-Peter Meidinger, der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, befürchtet eine „große Verunsicherung von Eltern und Kindern“ angesichts der unterschiedlichen Signale seitens Politik und Wissenschaft. Das sagte er den „Neuen Osnabrücker Zeitung„ (NOZ). Wünscheswert wäre es auch für den Lehrerverband, wenn alle Schülerinnen und Schüler Impfungen bekämen. „Aber wenn die Stiko sagt, dass die Risiken noch zu wenig untersucht wurden, können und wollen wir das als Lehrerverband nicht anzweifeln“, findet Meidinger.

Mit Material der dpa

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte/ dpa

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