Forscher der Leopoldina

Corona-Experten fordern Impfpflicht

Zu sehen ist Gerald Haug, Präsident der Leopoldina-Akademie und Berater der Bundesregierung, der spricht und gestikuliert. Im Hintergrund ist das Logo der Leopoldina zu sehen.
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Gerald Haug, Präsident der Leopoldina-Akademie und Berater der Bundesregierung, stellt klare Corona-Forderungen an die Politik und nimmt diese in die Pflicht. (kreiszeitung.de-Montage)

Wissenschaftler der Leopoldina fordern eine Impfpflicht. Die Corona-Lage sei zu verheerend. Kritik an der Politik und zu wenig Transparenz beim Impfstatus.

Halle an der Saale – Steigende Corona-Infektionszahlen, durch die Pandemie verursachte Tote und nur wenig gewinnbringende Initiative vonseiten der Politik – die Lage ist zweifelsohne ernst. Das haben auch Wissenschaftler der Leopoldina registriert, die eine Impfpflicht fordern. Darüber berichtet der „Spiegel“.

Nationalakademie:Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina
Hauptstandort:Halle (Saale)
Gründer:Leopold I.
Gründung:1. Januar 1652, Schweinfurt
Schlüsselperson:Gerald H. Haug
Vorsitz:Gerald Haug (Präsident)
Zweck:Nationale Akademie der Wissenschaften

Corona-Impfpflicht: Leopoldina-Wissenschaftler stellen klare Forderungen an die Politik

Eigentlich wollten die Gelehrten der Leopoldina nur eine wissenschaftliche Stellungnahme zur künftigen Entwicklung antiviraler Medikamente gegen das Coronavirus veröffentlichen. Doch aufgrund der gegenwärtigen Pandemie-Lage und der Einschätzung, dass sich die derzeitige Infektionslage zu drastisch gestaltet, sind die Forscher zu dem Entschluss gekommen, ein Vorwort mit einem harten Forderungskatalog voranzustellen.

Der Verfasser ist Gerald Haug, seines Zeichens Präsident der Akademie und Berater der Bundesregierung. Die Pandemie habe „mit der vierten Welle wieder stark an Dynamik gewonnen“, schreibt Haug in der Stellungnahme, die dem „Spiegel“ vorliegt. Er sei vor allem über den schleppenden Verlauf der Impfungen in Deutschland besorgt. Im Speziellen, wenn ein Vergleich mit EU-Staaten wie Portugal vorgenommen wird.

Leopoldina werfen Politik „einen Mangel an Prävention, klaren Regeln und Stringenz“ vor

„Die zu geringe Impfquote – ca. 16 Millionen Erwachsene sind aktuell nicht geimpft – trägt maßgeblich dazu bei, dass zunehmend wieder schwere Krankheitsverläufe mit zum Teil langen Krankenhausaufenthalten zu beobachten sind“, heißt es vom Berater der Bundesregierung.

Zwar sei man in mancher Hinsicht besser aufgestellt, als es noch 2020 der Fall war. Doch gibt Haug vor allem der deutlich reduzierte Personalbestand auf den Intensivstationen Anlass zu großer Sorge. Sowohl Politiker im Bundestag als auch in den Landesregierungen werden von den Leopoldina-Forschern stark kritisiert, da diese für „einen Mangel an Prävention, klaren Regeln und Stringenz“ stehen.

Corona-Forderungen der Leopoldina: Offenlegen des Impfstatus, größere Geltungsreichweite der 2G-Regel und Impfpflicht fürs Pflegepersonal

Dementsprechend drastisch fallen auch die Leopoldina-Empfehlungen aus, wie letztendlich auf die vierte Corona-Welle reagiert werden soll. Hierunter fallen auch allgemein akzeptierte Forderungen, beispielsweise das Tragen von Masken in Innenräumen oder verstärkte Impfkampagnen inklusive Boosterimpfungen. Demgegenüber stehen aber auch Forderungen nach Maßnahmen, die gesellschaftlich umstritten sind:

Forderung für Impfpflicht: „Bevorstehender Winter eine gesellschaftliche und medizinische Herausforderung“

Zwar sei den Leopoldina-Verantwortlichen bewusst, dass sie weitgehende Forderungen in Richtung der Politik stellen. Doch begründen sie dies damit, dass der „bevorstehende Winter eine gesellschaftliche und medizinische Herausforderung“ werde. Zudem heißt es von den Wissenschaftlern, dass sich das Coronavirus „langfristig als endemisches Virus etablieren, das heißt dauerhaft in Teilen der Bevölkerung zirkulieren“ werde. * kreiszeitung.de und merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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