Corona-Pandemie

Corona-Impfungen für Jugendliche: Lauterbach greift Stiko an

Bund und Länder beraten über Impfangebote für 12- bis 17-Jährige und Auffrischimpfungen für Risikopatienten. Derweil bitten Pfizer und Moderna EU kräftig zur Kasse.

Hannover/Hamburg – 12- bis 17-Jährige in allen Bundesländern sollen ein Impfangebot bekommen. Das geht aus einem Beschlussentwurf für die heutigen Beratungen der Gesundheitsminister von Bund und Ländern hervor. „Es werden nunmehr alle Länder Impfungen für 12- bis 17-Jährige in den Impfzentren anbieten“, schreibt das Bundesgesundheitsministerium in einem Beschlussvorschlag.

Zwölf- bis 17-Jährige sollen mit Biontech und Moderna geimpft werden – sowohl in Impfzentren als auch durch Ärzte und Ärztinnen und bei Impfungen von Angehörigen in Betrieben. In der Vorlage heißt es laut tagesschau.de dazu: „Für die Gruppe der jungen Erwachsenen in Universitäten, Berufsschulen und Schulen machen die Länder strukturierte, niedrigschwellige Angebote an den jeweiligen Lernorten.“

Land:Deutschland
Fläche:357.581 km²
Hauptstadt:Berlin
Einwohner:83.155.031 (Stand: 31. Dezember 2020)
Gesundheitsminister:Jens Spahn (CDU)

Mit diesem Schritt umgehen die Gesundheitsminister die Ständige Impfkommission* (Stiko). Diese empfiehlt bisher keine generelle Impfung für Jugendliche, sondern nur bei Risikofällen. Die Stiko vertrete hier eine „Außenseiterposition“, sagte der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach im Deutschlandfunk. Lauterbach sprach sich für Corona-Impfungen von Kindern ab zwölf Jahren. Die wesentlichen Studien zur Impfung von Kindern zeigten, dass eine Durchseuchung mit der Delta-Variante des Coronavirus gefährlicher sei als eine Impfung. Wissenschaftlich komme er klar zu dem Ergebnis, dass Impfungen Kindern helfen.

Dritte Corona-Impfung für Risikogruppen geplant

Unterdessen geht die Diskussion um eine dritte Impfung gegen das Coronavirus* weiter. Eine solche Auffrischungsimpfung könnte nun in Deutschland kommen. Und zwar für Risikogruppen. Das berichtet tageschau.de unter Berufung auf eine Beschlussvorlage der Gesundheitsminister von Bund und Ländern. Demnach wird das Bundesgesundheitsministerium für bestimmte Gruppen mit besonderem Risiko eine Corona-Auffrischungsimpfung ab September vorschlagen.

Die soll mit einem mRNA-Vakzin geschehen. Die Pläne sollen am Montag, 2. August 2021, in Berlin auf der Konferenz der Gesundheisminister von Bund und Ländern beschlossen werden.

Corona-Impfung: Dritte Impfung – ab September 2021 soll der Piks als Auffrischung kommen

Laut tagesschau.de heißt es in der Beschlussvorlage für die Konferenz, dass „im Sinne einer gesundheitlichen Vorsorge“ ab dem kommenden Monat die Länder „mit mobilen Teams in Pflegeeinrichtungen, Einrichtungen der Eingliederungshilfe und weiteren Einrichtungen mit vulnerablen Gruppen eine Auffrischimpfung“ anbieten wollen. Menschen, die nicht in einer solchen Einrichtung leben, sollen die Drittimpfung bei ihren Haus- oder Fachärzten erhalten.

Ab September 2021 soll es die dritte Impfung gegen das Coronavirus zur Auffrischung geben.

Zudem, das geht ebenfalls aus der Vorlage hervor, soll vollständig geimpften Personen, die mit AstrZeneca oder dem Impfstoff von Johnson& Johnson geimpft worden sind, eine weitere Impfung angeboten werden. Diese werden dann, so der Plan, mit dem Impfstoff von Biontech geimpft.

In Niedersachsen beispielsweise bereitet sich das Land bereits darauf vor, mit mobilen Teams eine Drittimpfung bei Senioren vorzunehmen*. Eine Studie hatte überdies bereits eine bessere Schutzwirkung nach der dritten Biontech-Impfung* nachgewiesen.

Corona-Impfung: Moderna und Pfizer erhöhen Preis für eine Dosis

In dieser Studie wurden Daten des Impfstoff-Herstellers Pfizer ausgewertet. Dieser bittet in Zukunft gemeinsam mit Moderna die Europäische Union (EU) zur Kasse, was die Kosten für die Imfpstoffe angeht. Die Financial Times berichtet unter Berufung auf Vertragsunterlagen, dass eine Dosis des Biontech/Pfizer-Impfstoffs in Zukunft statt 15,50 Euro dann 19,50 Euro kosten wird. Noch teurer wird der Piks für die EU bei Moderna: Hier steigt der Preis für eine Dosis des Vakzins von 19 auf 21,50 Euro. Von beiden Unternehmen gab es zunächst keine Stellungnahmen. (Mit dpa-Material) * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

(Artikel aktualisiert am 02. August um 8:55 Uhr)

Rubriklistenbild: © Marc Schüler/imago

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