Corona-Pandemie

Corona-Diskussion: Bremen und Niedersachsen lehnen „Freedom Day“ ab

Niedersachsens Regierungschef Weil erteilt der Forderung, alle Corona-Maßnahmen ab Ende Oktober einzustellen, eine Absage. Auch Bremen ist gegen einen „Freedom Day“.

Hannover/Bremen – England hatte es im Sommer vorgemacht: Im Rahmen eines Feiertags, am sogenannten „Freedom Day“, fielen fast sämtliche Corona-Beschränkungen in England. Der Forderung der Kassenärztlichen Vereinigung, auch in Deutschland Ende Oktober die Corona-Maßnahmen aufzuheben*, erteilen Bremen und Niedersachsen eine Absage. Auch Hamburg will keinen „Freedom Day“ ausrichten.

Virus:Coronavirus, COVID-19
Krankheitserreger:SARS-CoV-2
Vorkommen:Weltweit
Erster bekannter Fall:1. Dezember 2019

In Niedersachsen kommt der Widerspruch von allerhöchster Stelle. „Es gibt nur einen Ausweg: keinen Freedom Day, sondern eine höhere Impfquote“, sagte der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) der „Rheinischen Post“ (RP). „Wir wissen, dass die Infektionszahlen in der kalten Jahreszeit wieder steigen werden. Wir wissen, dass die Patienten in den Intensivstationen jünger werden und deswegen länger dort bleiben müssen“, erklärte Weil. „Unter diesen Umständen brauchen wir auch in den nächsten Monaten einen wirksamen Infektionsschutz.“

Bremen und Niedersachsen lehnen „Freedom Day“ ab: Kassenärzte fordern Aufhebung aller Corona-Maßnahmen zum 30. Oktober 2021

Gassen hatte für den 30. Oktober 2021 die Aufhebung aller Corona-Beschränkungen gefordert. „Nach den Erfahrungen aus Großbritannien sollten wir auch den Mut haben zu machen, was auf der Insel geklappt hat. Also braucht es jetzt eine klare Ansage der Politik: In sechs Wochen ist auch bei uns Freedom Day!“, sagte der Kassenärzte-Chef der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). Über seine Forderung war am Wochenende eine Diskussion entbrannt.

Auch die niedersächsische Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) spracht sich gegen einen „Freedom Day“ aus: „Wir müssen leider davon ausgehen, dass die Infektionszahlen in der kalten Jahreszeit, in der wir uns alle wieder vornehmlich drinnen aufhalten, wieder deutlich ansteigen werden“, sagte sie. Man könne heute noch nicht verlässlich vorhersagen, was das für die Belastung des Gesundheitssystems bedeute – insbesondere für die Krankenhäuser und deren Beschäftigte. Behrens geht davon aus, dass zum Frühjahr 2022 langsam wieder Normalität einkehren könnte.

Auch Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) lehnt einen „Freedom Day“, an dem alle Corona-Maßnahmen fallen sollen, vorerst ab. (Archivbild)

Ins gleiche Horn blies auch Martina Wenker, niedersächsische Ärztekammer-Präsidentin. Ein „Freedom Day“ widerspreche der ärztlichen Sorgfaltspflicht. Es würden so quasi Wetten auf zukünftige Krankheitsverläufe abgeschlossen werden.

Auch in Bremen stößt die Idee der Kassenärzte auf wenig Gegenliebe. „So weit sind wir noch nicht“, sagte Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Die Linke) zur NOZ. Sie forderte, dass die Impfbereitschaft erhöht und nicht an einem „Freedom Day“ gearbeitet werden solle. * kreiszeitung.de und hna.de sind Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte/dpa/Archivbild

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