Zwischenfall mit Polizist

Corona-Demos in Niedersachsen: Hunderte gehen auf die Straße

Die Polizei begleitet eine Demonstrationen gegen Corona-Einschränkungen und Impfpflicht
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Am Montagabend versammelten sich Hunderte Demonstranten in Niedersachsen – sie gingen gegen Corona-Maßnahmen auf die Straße. (Symbolbild)

Am Montagabend kam es in einigen Orten Niedersachsens wieder zu Corona-Demonstrationen. Hunderte Menschen waren beteiligt. Ein Polizist wurde verletzt.

Wolfsburg/Delmenhorst – Am Montagabend, 27. Dezember 2021 sind an verschiedenen Orten in Niedersachsen mehrere Hundert Menschen gegen die geltenden Corona-Maßnahmen auf die Straße gegangen. In Braunschweig kam es dabei zu einem Zwischenfall, bei dem ein Polizist leicht verletzt wurde. In Wolfsburg wurden Kinder sowie Kinderwagen offenbar als Schutz vor der Polizei verwendet.

Deutsches Land:Niedersachsen
Fläche:47.614 km²
Bevölkerung:7,982 Millionen (Stand: 2019)
Hauptstadt:Hannover

Hunderte Menschen gehen für Corona-Demos in Niedersachsen auf die Straße – Polizist wird verletzt

Deutschlandweit wurde der Montagabend nach Weihnachten dafür genutzt, auf der Straße mit sogenannten „Spaziergängen“ oder Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen vorzugehen. In Hamburg gilt auf solchen „Stadtteilspaziergängen“ inzwischen die Maskenpflicht*. Auch in Niedersachsen versammelten sich an verschiedenen Orten mehrere Hundert Menschen.

In Wolfsburg gingen rund 800 Menschen auf die Straße und griffen dabei auf eine fragwürdige Methode zurück, um die Polizei von sich fernzuhalten. Diese informierte laut der Deutschen Presse-Agentur, dass „durch Versammlungsteilnehmer mehrfach Kinder und Kinderwagen nach vorne in die erste Reihe unmittelbar vor die Polizeikräfte geschoben wurden, offensichtlich, um vermeintlich bevorstehende polizeiliche Maßnahmen zu verhindern.“ Ansonsten sei es in Wolfsburg jedoch zu keinen nennenswerten Zwischenfällen gekommen.

Corona-Demonstrationen in Niedersachsen: Ein verletzter Polizist in Braunschweig

Angaben der Polizei zufolge versammelten sich in Braunschweig rund 1.700 Personen in der Fußgängerzone. Vergeblich versuchten die Beamten laut NDR, den Leiter der Demonstration ausfindig zu machen. Im Bereich des Hagenmarktes kam es im Laufe des Abends dann zu einem Zwischenfall, bei dem ein Polizist leicht verletzt wurde. Nachdem Pressevertreter verbal angegangen wurden, sollte laut Polizei „mit einer Person der rechten Szene“ eine Gefährderansprache durchgeführt werden. Daraufhin kam es zu Handgreiflichkeiten, bei denen ein Beamter leichte Verletzungen erlitt. Der Verfassungsschutz warnte bereits vor radikalen Corona-Protesten in Niedersachsen.

Der Angreifer wurde vorübergehend festgenommen, später aber wieder entlassen. Die Polizei leitet NDR zufolge nun ein Strafverfahren wegen Beleidigung und tätlichen Angriffs auf Einsatzkräfte ein. Durch die Demonstrierenden kam es darüber hinaus zu erheblichen Verkehrsbehinderungen in der Innenstadt Braunschweigs.

In Bremen und Bremerhaven gehen Hunderte auf die Straße – gegen Corona-Maßnahmen

Auch in Bremen und Bremerhaven ist es am Montagabend erneut zu Protesten gegen die aktuellen Corona-Maßnahmen gekommen. Im Bereich des Bremer Marktplatzes versammelten sich der Polizei zufolge rund 100 Teilnehmer, ihnen standen etwa 30 bis 40 Gegendemonstranten gegenüber. Auch hier konnte die Straßenbahn zwischendurch die Innenstadt nicht befahren.

In Bremerhaven kamen mehrere Hundert Menschen zusammen, Angaben der Bremerhavener Polizei nach waren im Stadtteil Leherheide rund 250 Teilnehmer im Zuge eines sogenannten Corona-Spaziergangs unterwegs, berichtet „Buten un Binnen“.

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Kleinere Orte Niedersachsens beteiligen sich ebenfalls an Corona-Demos

In kleineren Gebieten Niedersachsens kamen ebenfalls größere Menschenmengen zusammen: Insgesamt etwa 700 Personen gingen in Delmenhorst, Nordenham, Brake, Wildeshausen, Hude und Ahlhorn auf die Straßen, dort verliefen aber „alle Spaziergänge durchweg friedlich und waren um 19.30 Uhr beendet“, teilte die Polizei mit.

In Hameln versammelten sich rund 400 Bürger, dort mussten eingesetzte Polizisten wegen eines Krankheitsfalls Reanimationsmaßnahmen durchführen. In Holzminden kamen etwa 150 Personen, in Bad Pyrmont rund 100, in Bad Münder etwa 20 und in Coppenbrügge ungefähr 40 zusammen. An den Rathäusern stellten die Demonstrierenden Kerzen ab, um den Verstorbenen der Pandemie zu gedenken. Die Versammlungen dort seien friedlich verlaufen, Abstände seien eingehalten worden, berichteten die Beamten.

In Wilhelmshaven leitete die Polizei NDR zufolge jedoch 40 Ordnungswidrigkeitenverfahren gegen Demonstrierende ein und sprach Platzverweise aus. In Wildeshausen wurde eine Querdenker-Versammlung von der Polizei unterbunden. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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