Rekord an Förderanträgen bei NBank

Corona als Chance: So soll zeitgemäßer Tourismus in Niedersachsen anlaufen

Der Tourismus fährt in Niedersachsen gerade wieder hoch. Nun fordert der Städte- und Gemeindebund mehr Unterstützung vom Land. Als Vorbild dient Bayern. Die NBank hat (Corona-) Bilanz gezogen.

Hannover - Urlaub ist in Niedersachsen mit einigen Einschränkungen wieder möglich. Nun geht es auch darum, die fast 300.000 Arbeitsplätze die am Tourismus hängen zu sichern. Am Donnerstag treffen sich virtuell Vertreter vom der Städte- und Gemeindebund mit Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) beim Niedersächsischen Tourismusdialog. Es geht um darum, wie Land und Kommunen zusammen Wege aus der Krise finden. Schlussendlich geht es um Geld.

Eine Forderung des Zusammenschlusses: Eine Unterstützung nach bayrischem Vorbild. „Nur wenn die Kommunen hier vom Land, wie zum Beispiel in Bayern, nachhaltig unterstützt werden, wird es gelingen, die Arbeitsplätze und die daran hängenden Steuereinnahmen zu sichern“, sagte der Sprecher des Städte- und Gemeindebundes, Thorsten Bullerdiek.

Bayern als Vorbild für den Tourismus in Niedersachsen

Bayern habe zuletzt etwa Kur- und Heilorte im Freistaat bei dem Aufbau eines digitalen Gesundheitsportals unterstützt. Die Plattform diene als Informationportal für Touristen und Patienten. Dadurch seien die Orte für einen Neustart in der Corona-Pandemie nun gut aufgestellt. Sorgen macht sich Thorsten Bullerdiek um die Beschäftigten: „Diese Arbeitsplätze gilt es zu sichern und aus der Krise den Weg für einen nachhaltigen, zeitgemäßen Tourismus in Niedersachsen zu finden.“ Konkret mein er etwa gemeinsame Werbekonzepte, abgestimmte Buchungssysteme und die Digitalisierung der Tourismuswirtschaft, der Kurorte und Heilbäder.

Auch in anderen Bundesländern gab es bereits solche Tourismusdialoge. In Hessen tagte man bereits Anfang März, um Fragen zu klären rund um die Themen: Digitalisierungsschub im Tourismus oder wie entwickelt sich die Branche in der Region.

NBank vergibt Wirtschaftshilfen in Rekordhöhe

Während der Corona-Pandemie konnten niedersächsische Betriebe aus der Tourismusbranche Wirtschaftshilfen beantragen. Das Land Niedersachsen hat diese über die landeseigene Förderbank NBank abgewickelt. Wenig erstaunlich: 2020 wurden so hohe Wirtschaftshilfen bewilligt wie nie zuvor. Die Gesamtsumme habe sich im Vergleich zum Vorjahr auf über drei Milliarden Euro etwa verdreifacht, teilte das Institut am Mittwoch mit. Davon seien knapp 1,9 Milliarden Euro auf genehmigte oder schon ausgezahlte Mittel für angeschlagene Unternehmen und Selbstständige entfallen. Die NBank meldete aber auch eine Ausweitung des regulären Fördervolumens auf 1,2 Milliarden Euro.

Die Zahl der unterstützten Anträge schoss von gut 20.000 in üblichen Förderjahren auf fast 200.000 empor. Der größte Teil (rund 175.000) bezog sich auf Programme im Zusammenhang mit der Pandemie. Der parallel gestiegene Beratungsbedarf habe sich in mehr als 60.000 Überstunden für das Personal niedergeschlagen, hieß es. Die NBank gab auch einen Rückblick auf das erste Quartal 2021. Nach ihren Angaben seien weitere 1,6 Milliarden Euro an Corona-Hilfen auf den Weg gebracht worden.

Der Städte- und Gemeindebund fordert, dass das Land den Kommunen stärker beim Tourismus unter die Arme greift.

Neben der Auszahlung von Mitteln aus Landestöpfen organisierte die NBank - wie andere Förderinstitute - einen großen Teil der regionalen Verteilung von Bundesmitteln. Die Antragsverfahren waren dabei angesichts der wirtschaftlichen Not vieler Empfänger oft als komplex und langwierig kritisiert worden. Jedoch mussten die Banken auch auf hinreichende Kontrollen achten, nachdem es zu vielen Betrugsfällen gekommen war.

Nach Auskunft der Bank konnten die lange angekündigten Hilfen aus den Monaten November und Dezember ausgezahlt werden. „Bis Mitte Mai sind 419 Millionen Euro an Novemberhilfe und 450 Millionen Euro an Dezemberhilfe in Niedersachsen ausgezahlt worden“, so Vorstandschef Michael Kiesewetter zur weiteren Zwischenbilanz. Hinzu kamen 520 Millionen Euro an Überbrückungshilfe III - nach stockendem Anlauf sind laut NBank nun dreiviertel davon ausgezahlt und 62 Millionen Euro für Hilfen an Soloselbstständige.

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa/dpa-Bildfunk

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