Eine Ladestation auf 21 E-Autos

Chaos und Gedränge: Pro 21 E-Autos nur eine Ladestation in Deutschland

Immer mehr E-Autos werden zugelassen – Ladestationen bleibt aber Mangelware. Die Industrie ist besorgt: Auf 21 Elektroautos kommt aktuell nur eine Ladesäule.

Berlin – Immer mehr Menschen entscheiden sich für das E-Auto. Im Juli 2021 berichtete das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) von 149.000 Fahrzeugen mit Elektroantrieb, die allein im ersten Halbjahrs neu-zugelassen wurden. Eine Rekord-Zahl – dennoch ist es nicht unwahrscheinlich, dass die Nachfrage auch zukünftig steigen wird. Auf Deutschlands Straßen fahren also immer mehr E-Autos. Die Ladestationen hingegen bleiben knapp. Was es konkret bedeutet: Nur jedes 21. E-Auto kann überhaupt geladen werden,

Unternehmen:Verband der Automobilindustrie (VDA)
Präsidentin:Hildegard Müller
Gründung:19. Januar 1901, Eisenach
Sitz:Berlin
Zweck:Interessenverband der deutschen Automobilhersteller und -zuliefere

Auf 21 Elektroautos kommt nur eine Ladestation in Deutschland: Ausbau gefordert

Die Verfügbarkeit von Lademöglichkeiten gehört zu den entscheidendsten Aspekten, die einen geplanten E-Auto-Kauf doch noch platzen lassen könnte. Dies geht aus einer Studie hervor, auf die sich 24auto.de beruft. Berichte von verzweifelten Kundinnen und Kunden bestätigen die scheinbar ausweglose Situation: Nach dem E-Auto-Kauf lässt sich weit und breit keine Ladestation finden – für Betroffene ist es „wie Glücksspiel“, ob sie ihr Elektroauto irgendwo laden können. Das Problem wird im Winter besonders drastisch: Denn Kälte legt E-Autos lahm – fünf Tipps für mehr Reichweite sind da schon alles, mit dem sich die Fahrer*innen behelfen können.

Laut VDA-Präsidentin Hildegard Müller würden „die ambitionierten Ziele der neuen Bundesregierung nochmals den Druck auf den Ausbau der Ladeinfrastruktur“ erhöhen. Jede Woche seien es rund 250 neue Ladestationen, die bundesweit begründet werden. Es scheint also voran zugehen. Im Hinblick auf die florierende E-Mobilitätsbranche, die zuletzt den Erfolg eines 555 km/h schnellen E-Flugzeugs feiern konnte, sind die Schritte vorwärts jedoch nicht ausreichend. Die Politik erwartet bis 2030 rund 15 Millionen zugelassene Elektroautos. Die Installation neuer Lademöglichkeiten müsste demnach um ein Vielfaches steigen.

Viel zu wenig Lademöglichkeiten für E-Autos: Netzbau ist deutlich zu langsam

Nach Informationen von 24auto.de müssten die aktuell rund 49.000 Ladestationen wöchentlich um 2.000 neue erweitert werden. Der Netzausbau läuft jedoch viel zu langsam – E-Autos könnte also bald der Saft ausgehen. Wie drastisch die Situation im e-mobilen Straßenverkehr ist, demonstriert eine besorgniserregende Angabe des Verbands Deutscher Automobilindustrie (VDA) aus Oktober 2021: Auf 21 Elektroautos kommt im Schnitt nur eine öffentlich zugängliche Ladestation.

Zu wenig Ladestationen für E-Autos: Der Verband Deutscher Automobilindustrie stellt klare Forderungen. (Symbolbild)

E-Autobranche in der Kritik: „Flächendeckende und leistungsfähige Ladeinfrastruktur“ fehlt

Die Vorteile der E-Mobilität sind nicht zu leugnen: Neben der Umweltfreundlichkeit ist hier sicherlich die lange Lebensdauer der Fahrzeuge zu nennen. Dass die Forschung des Weiteren stets neue Innovationen zutage fördert, belegt, warum mittlerweile von einem wahren E-Auto-Boom die Rede sein kann. Ein Forscherteam entwickelte vor Kurzem etwa eine Superbatterie für E-Autos, die mehr Reichweite dank Zucker verspricht und eine Substanz, die Akkus von E-Autos brandsicher machen soll, ist längst in der Entwicklung.

Letztere Erfindung scheint dringend nötig, denn immer wieder entzünden sich die Batterien von Elektrofahrzeugen. Bestimmte E-Autos dürfen darum nur noch mit 15 Metern Abstand parken. Auch die Meldung, dass eine Familie eine E-Auto-Ladesäule mit Eiswürfeln kühlen musste, sorgte für keine gute Promo. Umso wichtiger sei es, dies bestätigte unlängst auch VDA-Präsidentin Hildegard Müller, dass eine „flächendeckende und leistungsfähige Ladeinfrastruktur“ gewährleistet wird. In der Pressemeldung vom 30. November 2021 heißt es außerdem: „Sie müssen das Vertrauen haben, dass sie ihr E-Auto überall und zu jeder Zeit laden können.“

Mehr Ladestationen für E-Autos: Energieversorger und Politik in der Pflicht

Ein Test zeigte vor Kurzem, dass es aktuell kein E-Auto gebe, dass längere Autobahnfahrten ohne Nachladen schaffen würde. Ein Umstand, der wohl auch bei Hildegard Müller und dem VDA für Unruhe sorgt. Müller nimmt die Elektromobilität jedenfalls in die Pflicht und sieht Handlungsbedarf: „Die Energieversorger sowie die Bürgermeister und Landräte müssen den lokalen Aufbau besser koordinieren, denn sie wissen am besten, wie der Bedarf vor Ort konkret aussieht.“ Ob sich E-Auto-Fans darauf verlassen sollten, ist allerdings fraglich. *kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Michael Gstettenbauer

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