Jörg Nigge übernimmt Reker-Ideen

Celler OB-Kandidat schreibt bei Kölner Stadtchefin ab

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Der CDU-Kandidat für Celle, Jörg Nigge, hat wesentliche Teile seines Wahlprogramms von Henriette Reker übernommen.

Celle - Ein CDU-Kommunalpolitiker kopiert weite Teile des Wahlprogrammes von Kölns heutiger Oberbürgermeisterin Henriette Reker - und findet nichts dabei. Gute Ideen würden dadurch nicht schlechter, dass sie wiederholt werden, meint Jörg Nigge.

Der CDU-Kandidat für das Amt des Oberbürgermeisters in Celle, Jörg Nigge, hat Teile seines Wahlprogrammes bei der Kölner Stadtchefin Henriette Reker abgeschrieben. So stimmen Passagen zum Thema "Umwelt" oder "Kunst, Kultur und Sport" fast im Wortlaut mit der Agenda überein, mit der die parteilose Reker 2015 als OB-Kandidatin in Köln antrat und schließlich ins Rathaus einzog. Selbst aus Rekers Wahlspruch "Köln kann mehr" wurde bei Nigge "Celle kann mehr". 

Die Übereinstimmungen hatte zuerst das Celler Stadtmagazin "Revista" aufgedeckt. Nigge, promovierter Wirtschaftswissenschaftler, hat mit dem Abschreiben kein Problem. „Ich bewundere Frau Reker sehr, sie ist eine tolle Frau, die parteiübergreifend arbeitet, sich der Sache verpflichtet fühlt und nicht der Parteipolitik, und das ist auch genau mein Ziel für Celle“, sagte der OB-Kandidat dem Radiosender NDR 1 Niedersachsen. 

Er habe einige Punkte von Frau Reker als Konzept seinen Mitstreitern gegeben, die es für sein Programm leider nicht so umformuliert hätten wie gewünscht, erläuterte der Kandidat, der 1993 in Celle Abitur machte und mit seiner Familie in Hamburg lebt. Zunächst hatte er mitteilen lassen: „Gute Ideen werden dadurch nicht schlechter, dass sie wiederholt werden“, wie die "Cellesche Zeitung" und der "Kölner Stadt-Anzeiger" berichteten.

Reker wusste wohl nichts von Übernahme 

Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat mit ihren Ideen wohl den Celler OB-Kandidaten Jörg Nigge inspiriert.

Reker war bei der Kölner Wahl von den Grünen nominiert und von CDU, FDP und Freien Wählern unterstützt worden. Kölns Stadtsprecher Gregor Timmer sagte dem "Stadt-Anzeiger": „Diese Passagen sind ohne Wissen oder Zutun von Frau Reker verwendet worden.“ Man werde sich das noch einmal genauer anschauen. 

Es sei aber eine Bestätigung, dass Rekers Schwerpunkte im Wahlkampf die Anliegen der Bürger treffen und damit auch für die Wahlprogramme anderer Politiker Inspiration seien. Oberbürgermeister von Celle ist aktuell Dirk-Ulrich Mende (SPD). Am 11. September wird in der 69.000-Einwohner-Stadt ein neuer OB gewählt.

dpa

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