Dialogforum zur Y-Trasse kommt nach Streit ins Stocken

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Protest gegen Y-Trasse

Celle - Das Dialogforum zur Y-Trasse hat sich in Diskussionen verzettelt - ohne in der inhaltlichen Arbeit weiterzukommen. Neben Studien und Prognosen soll nun ein externer Gutachter weitere Bewertungen liefern.

Das zur Suche nach einer Kompromisslösung für die Y-Bahntrasse eingerichtete Dialogforum ist im Streit um Gutachten und Experten fast geplatzt. Bei der zweiten Sitzung des Gremiums am Freitag in Celle pochten Vertreter von Kommunen und Bürgerinitiativen auf einen externen Berater, der ihnen bei der Bewertung von Gutachten von Bahn und Bund zu den Trassenvarianten hilft.

Nach einer über einstündigen Unterbrechung sicherte das niedersächsische Verkehrsministerium die Finanzierung eines Experten zu. Die Y-Trasse soll die wachsende Zahl von Güterzügen aus Hamburg und Bremerhaven aufnehmen und sieht den Neubau oder Ausbau von Bahnstrecken vor. Ein Streit um den Gutachter und eine kurzfristig vorgelegte Kosten-Nutzen-Analyse hatte zuvor zu einer längeren Sitzungsunterbrechung und im Anschluss zu einer verwickelten Diskussion geführt.

Bereits zum Start hatten die Teilnehmer abgestimmt, die inhaltliche Arbeit ohne den Gutachter nicht fortzusetzen. Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) hatte das Forum im Februar gestartet, um bei der seit Jahren umstrittenen Y-Trasse zu einem Konsens zu kommen, der die Belange der Anlieger und die Bedürfnisse der Bahn berücksichtigt. Als zusätzlicher externer Experte soll nun der Berater dienen, den die Landkreise Harburg und Uelzen bereits eingeschaltet hatten. Das Dialogforum mit rund 90 vorab bestimmten Teilnehmern war im Februar erstmals zusammengekommen und soll bis zum November eine Konsenslösung finden.

Was tatsächlich gebaut wird, entscheidet am Ende der Bund. Baustart ist frühestens 2020. Die nun vorliegende vorläufige Kosten-Nutzen-Analyse hat ergeben, dass trotz aller Alternativentwürfe die klassischen Y-Trasse am besten abschneidet. Ähnlich gute Noten gibt es für eine Neubaustrecke von Unterlüß im Kreis Celle bis zum Rangierbahnhof Maschen bei Hamburg. Die schlechteste Bewertung gibt es für den von vielen Kommunen in der Region bevorzugten Ausbau bestehender Strecken nach Hamburg und Bremen. Die Analyse sei aber für die Kompromisssuche des Dialogforums nicht allein maßgeblich, hatte Minister Lies betont.
dpa

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