Harter Schlag vor Weihnachten

Busfahrerin wird entlassen, weil sie zu klein sei – nach 34 Jahren

Busfahrerin Tracey Scholes soll nach 34 Jahren im Dienst unfreiwillig gehen: Plötzlich gilt die Frau als zu klein. Nun wird über ihre Zukunft gestritten.

Cheetham Hill – Die 57-jährige Tracey Scholes aus Heywood war 34 Jahre lang als Fahrerin für das britische Busunternehmen Go North West in Cheetham, Manchester, tätig. Mit ihrer geliebten Arbeit ist es nun jedoch vorerst vorbei, denn das Unternehmen hat ihr gekündigt. Der Grund: Scholes sollte auf eine neue Stelle versetzt werden, weil sie für die neuen Schulbusse auf ihrer Route schlichtweg zu klein sei. Auf der neuen Route würde Scholes Gehalt reduziert werden und sie könne weniger Stunden pro Woche arbeiten. Nachdem sie dieses Angebot abgelehnt hatte, kam es zur ihrer Kündigung.

StadteilCheetham Hill
Bevölkerung22,562
Stadt Manchester
MetropolregionGreater Manchester

Busunternehmen macht gekündigter Fahrerin neues Angebot

Go North West beteuerte, dass Scholes zuvor „zahlreiche Vorschläge“ bekommen hätte, um eine entsprechende Lösung für sie zu finden. Die übliche Route beizubehalten sei jedoch keine Option gewesen. Denn die Position der Außenspiegel würden bei Go North West eine neue Position bekommen. Deshalb müsse sich Scholes mit ihrer Körpergröße von 1,52 Metern von ihrem Platz weg lehnen, um die Spiegel sehen zu können. Dabei könne sie mit ihren Füßen nicht mehr die Pedale des Busses erreichen.

Nach 34 Jahren muss eine Schulbus-Fahrerin aus Manchester ihren Platz räumen.

„Engagierte, erfahrene und fleißige Busfahrer sind schwer zu finden und daher würden wir in einer Situation wie dieser niemals leichtfertig handeln“, erklärt das Unternehmen. Weiter heißt es: „Es tut uns leid, dass uns keine andere Wahl blieb, als die Anstellung dieser Fahrerin zu beenden.“ Scholes habe alle Vorschläge des Unternehmens abgelehnt.

Busfahrerin erhebt Einspruch gegen ihre Kündigung aufgrund kleiner Körpergröße

Scholes legte Einspruch gegen ihre Kündigung ein. Aus der britischen Promi-Landschaft erhielt sie dabei viel Zuspruch. Zwischenzeitlich hatte Go North West ihr sogar angeboten, zum gleichen Lohnsatz bei reduzierter Arbeitszeit auf einer neuen Strecke arbeiten zu können. Doch Scholes will ihre liebgewonnene Arbeitsbedingungen nicht aufgeben.

Insgesamt scheitere eine Einigung zwischen dem Unternehmen und Scholes an fünf Arbeitsstunden in der Woche. Denn so würde sie 230 Euro pro Monat weniger verdienen, wie die Gewerkschaft Unite mitgeteilt hatte. Scholes sei auf jeden Cent angewiesen, wie sie selbst erklärt und sagte gegenüber britischen Medien: „Wenn sie mir eine weitere Stunde pro Tag zahlen würden, könnte ich Verwaltungsarbeiten erledigen oder den Bus putzen. Wenn sie mir nur diese zusätzlichen fünf Stunden geben würden, würde ich den Deal annehmen, aber sie geben nicht nach.“ Nicht weniger ungerecht ist eine ungewöhnlichen Massen-Kündigung, zu der es in New York kam: Ein Chef hat 900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einem Zoom-Call rausgeschmissen.

Busunternehmen: Gestaltung der Busse mit Gewerkschaft Unite vereinbart

Das Busunternehmen schreibt: „Tracey war ein geschätztes Mitglied unseres Teams bei Go North West und es tut uns sehr leid, dass sie geht. Die Gestaltung der Spiegel unserer Busse wurde nach Rücksprache mit Unite vor einiger Zeit vereinbart. Alle unsere anderen Fahrer mit ähnlicher Größe wie Tracey haben damit keine Probleme.“

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Gewerkschaft Unite unterstützt „zu kleine“ entlassene Busfahrerin

Dennoch unterstützt die Gewerkschaft Unite Busfahrerin Scholes bei ihrem Einspruch. Die Unite-Vorsitzende, Sharon Graham, sagte: „Unite ist entschlossen, das Recht von Tracey Scholes, ihren Job zu behalten, zu verteidigen.“ Scholes hab es nach 34 Dienstjahren nicht verdient, „diese schreckliche Tortur über Weihnachten durchmachen zu müssen“.

Nun müsse das Unternehmen mehr Stunden sinnvoller Arbeit pro Tag finden, um das Problem einvernehmlich lösen zu können. Andernorts sind alle Lösungsversuche gescheitert – oder die Situation bereits eskaliert. Ein Pflegeheim in Hildesheim hatte eine Mitarbeiterin mit gefälschtem Impfpass entlassen, nachdem es in der Einrichtung zu einem Corona-Ausbruch gekommen ist. Auch die Lufthansa in Bremen setzte einen ganzen Jahrgang an Flugschülerinnen und Schülern auf die Straße, nachdem die Fluglinie eine Flugschule in der Hansestadt aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen hatte. Hoffen wir also zumindest für die verdiente Busfahrerin auf ein Happy End! * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © imago

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