Polizeiaktion

Razzien in Niedersachsen und Bremen: Polizei und GSG-9 jagen Menschenschleuser

Einsatzkräfte in Niedersachsen auf dem Weg zu einer Razzia.
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Mit Dutzenden Razzien in mehr als zehn Bundesländern, wie hier im niedersächsischen Ritterhude, sind Bundespolizei und Zoll am Mittwoch gegen ein mutmaßliches Schleusernetzwerk vorgegangen. Es wurden auch Objekte in Bremen und Niedersachsen durchsucht.

Bundesweit laufen seit den frühen Morgenstunden des Mittwochs Razzien gegen mutmaßliche Menschenschleuser. Darunter auch in Bremen und Niedersachsen.

Berlin/Hannover/Bremen – Im Rahmen einer bundesweiten Razzia gegen mutmaßliche Menschenschleuser hat die Polizei am Mittwochmorgen, 8. Dezember 2021, nach Informationen von „buten un binnen“ auch mehrere Objekte in Bremen und Umgebung durchsucht, auch Niedersachsen soll betroffen sein. Wie es in weiteren Medienberichten heißt, sind die Sicherheitskräfte mit Beamten von Zoll und Bundespolizei im Einsatz sein, insgesamt soll es sich um 1800 eingesetzte Beamte handeln, die mehr als 50 Objekte durchsuchen. Die Polizei-Aktion läuft zur Stunde noch. Im Einsatz ist auch die Anti-Terror-Einheit GSG 9.

Spezialverband in der Bundespolizei:GSG 9 der Bundespolizei
Gründung:26. Sept. 1972 als Grenzschutzgruppe 9, seit 1. Juli 2005 als GSG 9 der Bundespolizei
Hauptsitz:Sankt Augustin
Kommandeur:Jérôme Fuchs
Bedienstete:250–450

Die Ermittlungen und Durchsuchungen richten sich vornehmlich gegen mutmaßliche Täter aus der Logistikbranche, die Arbeitskräfte mit gefälschten Papieren aus Osteuropa nach Deutschland geschleust haben sollen, um den Staat zu betrügen. Zuerst berichtete die „Welt“ in ihrer Onlineausgabe.

Razzia gegen Menschenschleuser in Bremen und Niedersachsen: Geflecht aus Leihfirmen auf dem Balkan

Schwerpunkt der Razzia liegt laut dem Bericht der „Welt“ in Berlin und Brandenburg, aber auch andere Bundesländer sind betroffen. Mit im Einsatz ist auf die Spezialeinheit GSG 9, da die Bundespolizei die Verdächtigen für sehr gefährlich hält. In der Regel rückt die Sondereinheit zur Bekämpfung von Schwerst- und Gewaltkriminalität sowie Terrorismus aus. Bekanntester Einsatz der GSG 9, die nach den Anschlägen 1972 in München auf das israelische Olympiateam gegründet wurde, war die Befreiung der Landshut 1977 in Mogadischu*.

Verdächtigt werden demnach rund 20 Personen. Sie sollen ein Geflecht aus Leihfirmen auf dem Balkan und in Deutschland betrieben haben, darunter auch Scheinfirmen, wie ein Sprecher der Bundespolizei in Berlin laut dpa sagte.

Über diese Unternehmen sollen die Beschuldigten dann Leiharbeiter aus Nicht-EU-Ländern unter anderem mit gefälschten Ausweispapieren als EU-Bürger ausgegeben und an große deutsche Logistikunternehmen vermittelt haben. Das Geld, das diese Firmen dann als Lohn für die Leiharbeiter gezahlt hätten, hätten die Verdächtigen einbehalten. Ermittelt werde wegen banden- und erwerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern, Urkundenfälschung, organisierter Schwarzarbeit und illegaler Beschäftigung.

Bundesweite Razzia gegen Menschenschleuser: Rund 1800 Beamte im Einsatz

Allein in Berlin und Brandenburg sollen mehr als ein Dutzend Objekte durchsucht worden sein. Zahlen und Details zu anderen Bundesländern wurden zunächst nicht bekannt. Betroffen sind laut Bundespolizei die Wohnungen der Beschuldigten, Geschäftsräume, Logistikzentren sowie die Wohnunterkünfte von Leiharbeitern. Bundesweit seien am Morgen rund 1800 Beamte im Einsatz gewesen, hieß es. Die Bundespolizei rechnet mit beschlagnahmten Vermögen im zweistelligen Millionenbereich. Bereits vor einiger Zeit gab es eine großangelegte und koordinierte Aktion gegen Geldwäsche und Terrorverdacht. Damals hatte es Razzien in Bremen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen gegeben.

Die Aktionen werden von der Generalstaatsanwaltschaft Berlin geleitet. Sie wollte am Nachmittag über weitere Details informieren. „Die heutigen Maßnahmen in Berlin und weiteren Bundesländern sind ein wichtiges Zeichen: Der Rechtsstaat ist wachsam“, teilte die Berliner Gewerkschaft der Polizei am Mittwoch mit. „Es ist unglaublich perfide, mit der Not von Menschen Geld machen zu wollen, ihre Hilflosigkeit und den Wunsch nach einem besseren Leben schamlos auszunutzen.“ (Mit dpa-Material) * kreiszeitung.de und merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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