Nötige Mehrheit verpasst

Verbot von Wildtieren im Zirkus scheitert im Bundesrat

Wildtiere in der Manege, ein Verbot sollte das eigentlich verhindern. Doch nun entschied sich der Bundesrat dagegen.

Hannover – Ein Verbot von Wildtieren in reisenden Zirkussen ist vorerst gescheitert. Im Bundesrat bekam eine Verordnung von Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) am Freitag nicht die nötige Mehrheit. Die Pläne sahen vor, dass Giraffen, Elefanten, Nashörner, Flusspferde, Primaten und Großbären nicht mehr neu angeschafft werden dürfen. Festgelegt werden sollten zudem erstmals Anforderungen an die Haltung aller Zirkustiere – etwa an fachkundige Versorgung, Unterbringung und Beschränkungen der Transportdauer.

VerfassungsorganBundesrat
Gründung23. Mai 1949
VorsitzReiner Haseloff (Sachsen-Anhalt)
HauptsitzBundesratsgebäude, Berlin

Klöckner betonte: „Wildtiere haben nichts in der Manege verloren.“ Die Blockade des Bundesrats sei deshalb ein Vergehen am Tierschutz. Die Verordnung wäre ein Meilenstein dafür gewesen. „Gefordert wurde dieser Schritt über Jahre, auch vom Bundesrat – nun hat er es aus purer Parteipolitik platzen lassen.“ Mehr Tierschutz erreiche man, wenn man handele. „Diese große Chance hat der Bundesrat vertan.“

Wildtieren im Zirkus: Verbot laut Grünen-Politiker nicht weitgreifend genug

Das geplante Verbot von Wildtieren in Zirkussen ging mehreren Länder-Ressortchefs nicht weit genug. War das auch der Grund dafür, dass es das Verbot nicht geschafft hat? Es betreffe nur neu angeschaffte Tiere und gelte nicht für Großkatzen, Robben und Reptilien, kritisierten die Justizsenatoren von Berlin und Hamburg, Anna Gallina und Dirk Behrendt, sowie die hessische Umweltministerin Priska Hinz (alle Grüne) am Wochenende.

Ein Verbot für Wildtiere im Zirkus kommt vorerst nicht.

„Dabei steht außer Frage, dass eine artgerechte Haltung von beispielsweise Löwen im Zirkus nicht möglich ist“, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung.

Es sei auch nicht nachvollziehbar, dass nur das Zurschaustellen der Tiere verboten werde, nicht aber deren Haltung. „Der vorgelegte Entwurf ist unambitioniert und reicht nicht aus“, hieß es. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © dpa/Sina Schuldt

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