Von einer Fußgängerbrücke abgeseilt

Zwei Aktivistinnen stoppen in Buchholz Atomtransport

Buchholz - Zwei Aktivistinnen haben sich am frühen Freitagmorgen von einer Fußgängerbrücke abgeseilt und damit einen Atomtransport auf der Schiene zum Stehen gebracht. Beamten der Bundespolizei reagierten und ließen den Zug stoppen.

Der Güterzug mit laut Polizei radioaktiven Stoffen geringer Aktivität wurde seit der Abfahrt aus Maschen von Kräften der Bundespolizei begleitet. Kurz vor der Durchfahrt des Bahnhofs Buchholz erkannte die Besatzung eines Polizei-Hubschraubers zwei Personen, die sich von einer Fußgängerbrücke über den Gleisen abgeseilt hatten. Wegen der 15.000-Volt führenden Oberleitung und der hohen Zuggeschwindigkeiten bestand höchste Lebensgefahr.

Der Güterzug kam gegen 0.13 Uhr rund 1.500 Meter vor der Fußgängerbrücke zum Stehen. Die Oberleitung wurde abgeschaltet und geerdet, um auch die Restspannung von 5000 Volt abzuleiten. Bereits in der Entfernung von 1,5 Metern zur Oberleitung kann der Strom überspringen. Die Bahnstrecke von Hamburg nach Bremen musste beidseitig gesperrt werden.

Auf der Fußgängerbrücke in Buchholz befanden sich etwa 20 Personen, die als Unterstützer für die abgeseilten Aktivisten agierten. Die Bundespolizei räumte die Fußgängerbrücke.

Die Berufsfeuerwehr Hamburg wurde um den kurzfristigen Einsatz ihres Höheninterventionsteams gebeten. Dazu leuchtete die Feuerwehr Buchholz die Einsatzstelle aus. Um 3.35 Uhr konnten die beiden Frauen, eine 27-jährige Deutsche und eine 35-jährige Französin, abgeseilt und in Gewahrsam genommen werden. Nachdem der Güterzug um 4.10 Uhr seine Fahrt fortgesetzt hatte, wurden sie entlassen.

Strafrechtliche Ermittlungen wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr dauern an. Aufgrund der Abseilaktion verspäteten sich mindestens 13 Züge.

Rubriklistenbild: © dpa

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