Fall Oskar Gröning

Bundesgerichtshof entscheidet über Auschwitz-Prozess von Lüneburg

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Oskar Gröning vor Gericht.

Karlsruhe/Lüneburg - Der Bundesgerichtshof will noch in diesem Jahr über eine Revision im Auschwitz-Verfahren von Lüneburg entscheiden. Das sagte eine Sprecherin am Donnerstag in Karlsruhe.

Das Internationale Auschwitz-Komitee hatte am Tag zuvor erneut eine zeitnahe BGH-Entscheidung gefordert. Von einem "Wettlauf gegen die Zeit" sprach Exekutiv-Vizepräsident Christoph Heubner.

Das Landgericht Lüneburg hatte den mittlerweile 95-jährigen Oskar Gröning im Juli 2015 wegen Beihilfe zum Mord in mindestens 300.000 Fällen zu vier Jahren Haft verurteilt. Der frühere Freiwillige der Waffen-SS hatte eingeräumt, in Auschwitz Geld aus dem Gepäck der Verschleppten gezählt und weitergeleitet zu haben.

Sehr komplexes Gerichtsverfahren

"Es ist ein rechtlich sehr komplexes Verfahren", betonte BGH-Sprecherin Dietlind Weinland. "Es bedarf einer gründlichen Prüfung durch den 3. Senat - die Richter arbeiten mit Hochdruck an dem Verfahren." Erst im März sei das Verfahren beim BGH angekommen, hatte zuvor der NDR berichtet.

Das Verdikt von Lüneburg war die erste Verurteilung wegen Beihilfe zum Mord in einem Lager seit dem Verfahren gegen den früheren Sobibor-Aufseher John Demjanjuk 2011. Aber Demjanjuk starb, bevor das Urteil rechtskräftig wurde. Ob Gröning überhaupt seine Haftstrafe verbüßen muss, könnten am Ende auch die Ärzte entscheiden.

dpa

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