Bundesanwaltschaft fordert lange Haftstrafen für IS-Rückkehrer

Celle - Sie gehörten der Wolfsburger Zelle radikalisierter Muslime an und brachen nach Syrien zum IS auf. Nach ihrer Rückkehr will die Bundesanwaltschaft lange Strafen für die jungen Männer, die dem Terror des Islamischen Staates längst den Rücken gekehrt haben.

Gegen zwei zurückgekehrte Wolfsburger Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat hat die Bundesanwaltschaft trotz umfassender Geständnisse langjährige Haftstrafen verlangt. Beide hätten sich der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung schuldig gemacht, erklärte die Anklage am Montag vor dem Oberlandesgericht Celle. Für den 27-jährigen Ayoub B., der in Kämpfe verwickelt gewesen sein soll, forderte die Anklage auch wegen Beihilfe zum Mord siebeneinhalb Jahre Haft.

Ebrahim H. B. (26), der laut Anklage kurz davor stand, in Bagdad einen Selbstmordanschlag zu begehen, soll vier Jahre und drei Monate hinter Gitter. Die zwei radikalisierten Deutsch-Tunesier hätten bei der Terrormiliz ihre fundamentalistischen Vorstellungen verwirklichen wollen, obwohl sie von dem gewalttätigen Vorgehen der Organisation wussten, erklärte die Bundesanwaltschaft in ihrem Plädoyer. Eine Ausreise aus humanitären Zwecken oder alleine zum friedlichen Erlernen des Islams, wie von den Angeklagten vorgebracht, sei unglaubwürdig. Schon vor dem Aufbruch Richtung Syrien im Sommer 2014 hätten sie von den Gräueltaten und Massakern des IS gewusst. Obwohl beide Angeklagten sich - wie auch das Gericht schon festhielt - von der Terrororganisation distanziert hätten, habe keiner der beiden Reue gezeigt oder Verantwortung für sein Tun übernommen, betonte die Staatsanwältin. Stattdessen hätten sie sich als Opfer dargestellt, die einmal vor Ort gegen den eigenen Willen in die Miliz eingereiht wurden. Dabei, das betonte die Staatsanwältin eindringlich, seien die eigentlichen Opfer in den Hintergrund geraten: Unzählige Zivilisten, darunter vor allem Schiiten, Kurden, Jesiden und Aleviten, seien von den IS-Kämpfern getötet worden.

Für Ayoub B. senkte die Bundesanwaltschaft ihre Strafforderung nach der Kronzeugenregelung, weil er der Polizei bei seiner Rückkehr umfangreichen Einblick in die Strukturen des IS und das Anwerben junger Menschen aus Deutschland gab. Ermittlungen gegen fünf weitere IS-Kämpfer kamen dank seiner Aussage voran. Vor allen Dingen erhielten die Fahnder Informationen zu dem Terroristen, der mit seinen Predigten die Wolfsburger Zelle mit Dutzenden radikalisierten jungen Männern anwachsen ließ. Zahlreiche brachen nach Syrien auf, viele sind dort ums Leben gekommen. dpa

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