Über 500 Infektionen durch Selbsttests entdeckt

Bundes-Notbremse: Wann müssen die Schulen in Niedersachsen schließen?

Die Corona-Notbremse ist auf dem Weg, in der bundeseinheitlichen Regelung sollen Schulen ab einer Inzidenz von 165 schließen. Noch geht Niedersachsen einen anderen Weg.

Hannover - Niedersachsen geht in Sachen Schulschließungen derzeit einen anderen Weg, als es die bundeseinheitliche Corona-Notbremse vorsieht. Bei einer Inzidenz von 100 müssen Schüler in Niedersachsen in den Distanzunterricht wechseln. Anders hingegen als bei der am Samstag in Kraft getretenen Bundes-Notbremse, die einen Distanzunterricht erst ab einer 7-Tages-Inzidenz von 165 vorsieht.

Ab einer Inzidenz von 100 müssen Schüler in Niedersachsen in den Distanzunterricht wechseln.

Anpassungen sind allerdings noch möglich. Wie die Vize-Chefin des Corona-Krisenstabs der Landesregierung, Claudia Schröder, am Donnerstag im Gesundheitsausschuss des Landtags erklärte, können die Ministerien aber noch Änderungswünsche an der Verordnung anmelden. „Spätestens wenn die Verordnung morgen veröffentlicht wird, ist Klarheit da“, sagte Krisenstabs-Chef Heiger Scholz.

Schulen in Niedersachsen: Laut Kultusminister Tonne mehr Präsenzunterricht ab Mitte Mai

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hatte am Mittwoch im Landtag betont, dass Niedersachsen zunächst an seiner strikteren Regelung festhalten werde. Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) sprach in zwei Zeitungsinterviews vom Donnerstag von Änderungen möglichst ab Mitte Mai, um mehr Präsenzunterricht an allen Schulformen zu ermöglichen. Dann sei es sinnvoll, sich an den Grenzwerten der Bundes-Notbremse zu orientieren.

„Im Mai werden wir in Niedersachsen auf jeden Fall zu Anpassungen kommen“, sagte Tonne. Ein genaues Datum für Änderungen nannte er nicht. „Wenn es dann doch später wird, ist die Enttäuschung groß. Wir warten jedenfalls keinen Tag länger als nötig, sondern handeln so schnell wie möglich, wenn die Testungen und auch die Meldeketten einwandfrei funktionieren“, erklärte der Ressortchef. Zunächst müssten die Tests für Schüler und Lehrpersonal verlässlich funktionieren. Das sei in Niedersachsen noch nicht hundertprozentig der Fall.

Da die neue Corona-Verordnung des Landes bis zum 9. Mai gilt, könnten Lockerungen beim Schulkurs möglicherweise dann in die kommende Verordnung eingearbeitet werden. Auch in Bremen bereitet man sich derzeit auf die Notbremse des Bundes vor, das betrifft auch die Öffnung der Schulen und Kitas, berichtet nordbuzz.de*.

Selbsttests in Schulen: Über 500 Infektionen identifiziert

In der ersten Pflichttestwoche wurden nach Angaben des Kultusministeriums 554 Infektionen bei Schülern und Beschäftigten an den Schulen identifiziert. Damit waren unter dem Strich weniger als 0,05 aller Tests positiv. «Das ist ein deutlicher Indikator dafür, dass Selbsttests Schule noch sicherer machen», sagte Minister Tonne dazu.

Die erkannten Infektionen dürften in der Regel nicht aus dem Schul-Kontext kommen, sondern aus der Ferienzeit stammen, sagte Tonne. Für eine tiefere Interpretationen sei es zu früh, dafür seien Vergleiche und valide Erkenntnisse nötig. (Mit Material der dpa) * nordbuzz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Moritz Frankenberg

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