Beim Roland Emmerich-Film "Independence Day: Wiederkehr" mitgewirkt

Bremerhavener goes Hollywood

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Tim David Müller-Zitzke spielte eine kleine Rolle im Roland Emmerich-Film - und hätte Lust auf weitere Projekte.

Bremerhaven - Für Tim David Müller-Zitzke ist ein Traum wahrgeworden: Gut sieben Monate war der 22-Jährige in Hollywood und hat beim neuesten Roland Emmerich-Film "Independence Day: Wiederkehr" mitgemacht.

"Ein Spielfilm mit 200 Millionen Dollar Budget - das ist schon verrückt", sagt der junge Mann, der an der Hochschule Bremerhaven Digitale Medienproduktion studiert. Er ist sichtlich immer noch beeindruckt. Als Praktikant fing er an, später stieg er zum VFX Compositor für visuelle Effekte auf. Seine Aufgabe war es, reale und virtuelle Bestandteile des Science-Fiction-Streifens am Computer zu einer Filmsequenz zusammenzufügen. Und zwar so, dass der Zuschauer die Illusion hat, das Gezeigte sei real. "Es war für mich eine Riesenehre, der Erste sein zu dürfen, der eine fertige Filmszene sieht", freut sich der Student. 

Zu seinem Hollywood-Job kam er über Volker Engel, der für die visuellen Effekte des ersten "Independence Day"-Films den Oscar bekam und Co-Produzent des zweiten Teils ist. Als der gebürtige Bremerhavener eine Vorlesung an der Hochschule seiner Heimatstadt hielt, fragte der Müller-Zitzke im Anschluss nicht wie seine Kommilitonen nach einem Autogramm, sondern nach einem Praktikumsplatz im Rahmen seines Studiums. Engel machte keine Versprechen, der Student sollte aber seine Bewerbung schicken. Schließlich meldete sich eine Produzentin aus Volker Engels Team. "Sie fand meine Bilder gut." 

Müller-Zitzke war der Jüngste im Team für visuelle Effekte

Tim David Müller-Zitzke arbeitet neben seinem Studium als Fotograf, kannte sich bereits mit Foto-Compositing aus. Er bekam die Zusage für ein Praktikum in Engels Filmproduktionsfirma. Im Oktober 2015 flog er nach Los Angeles, um am "Independence Day 2"-Projekt mitzuarbeiten. Er war der Jüngste im internationalen Team für visuelle Effekte - und der einzige deutsche Student. "Es war für mich superfaszinierend, an so einem Großprojekt mitzuarbeiten", sagt Müller-Zitzke. 

Der 22-Jährige hat an den visuellen Effekten des neuen Films "Indepence Day Resurgence" mitgewirkt.

Der Film startet am 14. Juli in den deutschen Kinos, in den USA ist er schon früher zu sehen. 20 Jahre nach "Independence Day" kehren die Aliens in der Fortsetzung zur Erde zurück, um diese zu vernichten. "Einer der eindrucksvollsten Momente war, als ich den Film zusammen mit dem Team und dem Regisseur in einer Vorversion angucken durfte", sagt der 22-Jährige. In einer Szene ist er sogar selbst kurz zu sehen: Die Aliens haben den Wolkenkratzer Burj Khalifa in Dubai mit einem Raumschiff angesogen und lassen ihn wieder in London auf einen belebten Platz fallen. Einer der fliehenden Menschen ist der Student aus Bremerhaven. "Ich bin der Mann im Anzug." Zu dem Auftritt kam er, als spontan noch Komparsen für die apokalyptische Szene gesucht wurden. Gedreht wurde auf einem Parkplatz. "Die einzelnen Menschen wurden hinterher ausgeschnitten und in die Szene montiert." 

Eine der Hauptrollen spielt wieder Jeff Goldblum. Den US-Schauspieler lernte Müller-Zitzke eines Tages auch persönlich kennen, als dieser in seine Abteilung kam, weil er sich für die Entstehung der visuellen Effekte interessierte. "Plötzlich stand er hinter mir und hat mir die Hand geschüttelt", sagt der Student, der gebürtig aus Bodenfelde im Weserbergland kommt. 

Tim David Müller-Zitzke hofft, den Film bei einer der offiziellen Premieren sehen zu können. Auf jeden Fall aber wird er sich den Streifen sehr viele Male ansehen: "Mit Freunden, mit der Familie, die alle schon fragen." Im nächsten Jahr steht sein Bachelor-Abschluss an. Und dann? "Ich habe Lust auf weitere Projekte in Los Angeles."

dpa

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