Bundesliga-Spiele

Wer zahlt die Polizeikosten bei Hochrisikospielen?

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Wer zahlt die Polizeikosten bei Hochrisikospielen?

Hannover/Bremen - Den Steuerzahler können Bundesliga-Spiele teuer zu stehen kommen. Vor allem wenn sich die Fans nicht grün sind und die Polizei massiv im Einsatz ist. Bremen will die Liga zur Kasse bitten, Niedersachsen dagegen nicht.

Bremen will Geld vom Profi-Fußball, Niedersachsen nicht: Die entstandenen Mehrkosten für den Polizeieinsatz beim Nordderby am Sonntag wird Bremen wieder an die Deutsche Fußball Liga (DFL) weiterreichen. Der große Nachbar plant das für das Niedersachsen-Derby am Samstag nicht. Am Wochenende waren mit den Spielen Hannover 96 gegen Eintracht Braunschweig und Werder Bremen gegen Hamburger SV gleich zwei Nachbarschaftsduelle im Norden angesetzt.

Auch nach dem brisanten Niedersachsen-Derby in Hannover will Innenminister Boris Pistorius die Polizeieinsätze bei Hochrisikospielen weiter aus der Staatskasse zahlen. Das Land wolle sich auch in Zukunft die Kosten für gewaltige Polizeieinsätze nicht von den Vereinen zurückholen, sagte der SPD-Politiker der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" (Dienstag).

Bremen vertritt andere Linie

Bremen vertritt als einziges Bundesland eine andere Linie und verschickt bei besonders großen Polizeieinsätzen Rechnungen an die DFL. Die von der Hansestadt seit 2015 berechneten Außenstände belaufen sich inzwischen auf deutlich mehr als eine Million Euro. Pro Partie fielen zwischen 250.000 und 300.000 Euro an, hieß es. Beim Spiel Werder - HSV am 19. April 2015 waren es gar rund 426.000 Euro.

Das Nordderby am Sonntag ist das sechste Spiel, für das Polizeikosten in Rechnung gestellt werden. Ob die DFL tatsächlich zahlt, ist ungewiss. Die Liga hält die Gebührenbescheide für rechtswidrig und reichte im April vorigen Jahres beim Verwaltungsgericht in Bremen Klage ein. Möglicherweise gibt es in diesem Jahr eine Entscheidung.

All das scheint im Nachbarland Niedersachsen offenbar kein Thema. "Veranstaltungen können nicht davon abhängig sein, ob ich mir die Rechnung für den Polizeieinsatz leisten kann", betonte Pistorius, der in der Vergangenheit immer wieder diese Position vertreten hatte. Allerdings mahnte er eine bessere Abstimmung mit der DFL wegen der Termine an. Ähnlich hatte sich Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) geäußert.

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