Land fördert Internet-Projekte

Breitband auch auf dem Dorf

Zwölf Kommunen erhielten vom Land Niedersachsen gestern den Zuschlag für ihre Projekte.

Hannover (mk) · Schnelles Internet im ganzen Land – so lautet für viele Niedersachsen, die mit langsamen Verbindungen durchs Netz surfen müssen, der fromme Wunsch. Ein weiterer Schritt dorthin ist mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II getan: Zwölf Kommunen wurden Millionen-Projekte genehmigt.

„Mehr Breitband fürs Land“ hieß der erste von zwei Wettbewerben zum Schließen von Lücken in der Versorgung der Regionen. Zehn Millionen Euro stellte das Landwirtschaftsministerium dafür zur Verfügung, 16 Beiträge wurden eingereicht. Zwölf Kommunen erhielten gestern den Zuschlag. Gefördert werden Beiträge aus den Landkreisen Harburg, Rotenburg, Cloppenburg, Celle, Vechta, Stade, Oldenburg und Osterholz sowie aus den Gemeinden oder Samtgemeinden Bokensdorf, Papenteich, Stuhr/Weyhe sowie Bruchhausen-Vilsen.

Hier sollen die zahlreichen „weißen Flecken“ in der Daten-Versorgung geschlossen werden. „Die große Resonanz belegt, dass die Verbesserung der Breitbandversorgung im ländlichen Raum einen hohen Stellenwert hat“, betonte Staatssekretär Friedrich-Otto Ripke. Gerade einmal sechs Wochen Zeit hatten die Kommunen, um ihre Ideen einzureichen. Als erste Schritte standen Bürgerbefragungen und Gespräche mit Unternehmen an, um die Situation vor Ort zu skizzieren. Anhand der Ergebnisse wurde der Bedarf staatlicher Förderung festgelegt. Die Projekte des Wettbewerbs setzen auf eine Kooperation der Gemeinden, zu erzielende Synergieeffekte und Kooperationen mit Telekommunikationsgesellschaften, die den Ausbau begleiten sollen.

„Wir haben es mit einer Vielzahl heterogener Maßnahmen zu tun“, sagte gestern Ministeriumssprecher Henning Isensee. 50 Millionen Euro stellt die Landesregierung insgesamt bereit für den Breitbandausbau, mit dem ersten Wettbewerb sollen 25 Millionen Euro Investitionen angestoßen werden. Maximal 875 000 Euro Fördergeld pro Maßnahme stehen zur Verfügung, wenigstens 125 000 Euro muss die Kommune beisteuern.

Im Kreis Oldenburg sollen so beispielsweise 50 Gegenden mit etwa 18 000 Haushalten besser erschlossen werden. Landrat Frank Eger (SPD) sprach von einem „großen Schritt in Richtung guter Breitbandversorgung“. In Oldenburg setzt man wie in Bruchhausen-Vilsen oder Stuhr/Weyhe auf Glasfaser-Konzepte. Ein eigenes Groß-Konzept verfolgt der Kreis Rotenburg: Dort wird an einem 140-Millionen-Euro-Gesamtprojekt gearbeitet, das unter anderem die Gründung einer kommunalen Netzbesitzgesellschaft vorsieht. Die genaue Umsetzung aller Projekte wird jedoch erst nach der Ausschreibung festgelegt. Im Frühjahr könnten die Arbeiten beginnen.

Von Michael Krüger

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