Viereinhalb Jahre Gefängnis nach Tötung der Freundin

Braunschweig - Nach einer tödlichen Beziehungstat hat das Landgericht Braunschweig einen 20-jährigen Wolfsburger zu viereinhalb Jahren Haft nach Jugendrecht verurteilt.

„Der Angeklagte ist des Totschlags schuldig“, sagte Richterin Renate Reupke am Freitag. Er habe im Oktober 2014 seine Freundin mit Messerstichen getötet, weil sie zu ihrem Ex-Freund, mit dem sie zwei Kinder hatte, zurück wollte. Der Angeklagte hatte zu Prozessbeginn die Tat gestanden.

Richterin Reupke blieb mit ihrem Urteil unter den von Staatsanwalt Fabian Londa geforderten siebeneinhalb Jahren. Die Nebenklage hatte sich für neun Jahre ausgesprochen. Laut Reupke sei die Beziehung ein „nervenaufreibendes und zermürbendes Hin und Her“ gewesen, sehr belastend für den späteren Täter. Dessen Elternhaus sei lieblos gewesen, häufig gab es Schläge. Der 20-Jährige sei „unreif, wenig stabil und entwicklungsverzögert“.

Das Paar war erst seit wenigen Monaten liiert. „Der Angeklagte war sehr verliebt und fixiert auf sie“, sagte Richterin Reupke. Er wollte mit seiner Freundin nach Köln ziehen. Sie habe sich begeistert gezeigt. „Tatsächlich war sie zu diesem Zeitpunkt schon wieder mit ihrem Ex-Freund zusammen.“ Am Tag der Tat seien Opfer und Täter nach Köln gestartet, dann aber doch in die Helmstedter Wohnung der Frau zurückgekehrt.

Dort habe sie ihm eröffnet, dass sie zu ihrem Ex-Freund ziehen wolle, sagte Reupke. „Es kam zu einem lauten Streit“. Der 20-Jährige schlug der Frau eine Wodkaflasche auf den Kopf und verletzte sie mit tödlichen Messerstichen an Leber, Milz und Niere. Anschließend versuchte er sich nach Einschätzung des Gerichts umzubringen.

Dann rief er doch die Rettungskräfte und behauptete zunächst, überfallen worden zu sein. „Da sind zwei Typen in meine Wohnung gekommen und haben meine Freundin abgestochen“, hört man die schwache, keuchende Stimme des Angeklagten auf einem Mitschnitt des Notrufes. Die Angaben passten laut Staatsanwaltschaft aber nicht zu den späteren Ermittlungsergebnissen. Zu Prozessbeginn räumte der Mann die falschen Angaben ein. Das Urteil ist rechtskräftig. Die Jugendstrafe schließt einen früheren, kleineren Delikt mit ein.

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