Prozess in Braunschweig

Lebenslang nach Mord und zweifachem versuchten Mord gefordert

Braunschweig - Hat ein 35-Jähriger einem Trinkkumpanen die Kehle durchgeschnitten und versucht, zwei weitere Menschen zu töten? Die Einschätzungen von Verteidigung und Staatsanwaltschaft in Braunschweig sind sehr unterschiedlich.

Für einen Mord und zwei versuchte Morde soll ein 35-Jähriger lebenslang hinter Gitter. Nach einem Trinkgelage in Cremlingen im Kreis Wolfenbüttel habe der Mann einem schlafenden 51-Jährigen heimtückisch die Kehle durchgeschnitten, erklärte Oberstaatsanwältin Kirsten Böök am Dienstag in ihrem Plädoyer vor dem Landgericht Braunschweig. Auch bei einem ebenfalls schlafenden 54-Jährigen habe der Angeklagte dies versucht.

Sechs Wochen später griff der Mann nach Überzeugung der Staatsanwältin einen 77-jährigen Nachbarn von hinten mit einem Messer an. Das Motiv für die Taten ist aus ihrer Sicht „ein Rätsel“. Böök sieht bei dem 35-Jährigen eine besondere Schwere der Schuld. Damit wäre es sehr unwahrscheinlich, dass der Mann vorzeitig nach 15 Jahren entlassen werden könnte, sollte er verurteilt werden.

Verteidiger Frank Gärtner hält seinen Mandanten hingegen für weitgehend unschuldig. Der 35-Jährige habe nicht gemordet und habe dies auch nicht versucht. Für den Angriff auf den 77-Jährigen sei er lediglich wegen Körperverletzung zu verurteilen. Zur Version der Oberstaatsanwältin sagte er: „Vermutungen, Spekulationen und fantasievoll zusammengereimte Mutmaßungen.“ Der Verteidiger verwies darauf, dass auch die Ermittler zunächst den 54-Jährigen als Täter im Verdacht hatten. „Warum soll das heute nicht mehr gelten?“

Der Angeklagte sagte nach den Plädoyers: „Ich möchte nur sagen, dass ich hier seit acht Monaten unschuldig sitze. Und meine Familie leidet auch sehr.“ Bei einer Verurteilung droht ihm während oder nach seiner Haft die Abschiebung nach Indien. „Die Einlassung ist in sich nicht schlüssig“, sagte Staatsanwältin Böök zur Version des Angeklagten. Unter anderem seien zeitliche Abläufe nicht stimmig. Das Urteil wird am Montag erwartet.
dpa

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