Dienst auf der Düne

Brandschutz im Urlaub: Helgoland lockt Feuerwehrleute mit kostenlosem Urlaub

Feuerwehrleute aus ganz Deutschland können kostenlos Urlaub auf Helgoland machen. Voraussetzung: Sie müssen sich um den Brandschutz in den Dünen kümmern.

Helgoland – Arbeiten, wo andere Urlaub machen. Und Urlaub machen, während man auch irgendwie arbeitet. Das klingt für manch einen sicherlich traumhaft. Möglich ist das auf der Nordsee-Insel Helgoland, einer der schönsten im Wattenmeer.

Inselgruppe Helgoland
Einwohner1.307 (31. Dez. 2020)
BundeslandSchleswig-Holstein
BürgermeisterJörg Singer

Für das Projekt „Freiwilliger Feuerwehrdienst auf Helgoland“ bewerben sich Feuerwehrleute aus ganz Deutschland. Das Prinzip: Zwei Wochen Gratis-Urlaub auf der Insel. Im Gegenzug müssen die Feuerwehrleute den Brandschutz auf der Helgoländer Düne sicherstellen.

Insel Helgoland zerbrach im Jahre 1721 in zwei Teile

Die ursprünglich größere Insel Helgoland zerbrach im Jahre 1721; seitdem besteht die als Düne bezeichnete Nebeninsel. Auf der vorgelagerten Düne machen im Sommer viele Menschen Urlaub, während im Winter niemand dort wohnt. Neben einem Bungalow-Dorf gibt es auch einen Zeltplatz. Die Feuerwehrleute könnten dann auch ein besonderes Spektakel auf Helgoland sehen: den Lummensprung. Auch Robben kann man auf der Insel ganz nah kommen.

Felix Vorndran von der Freiwilligen Feuerwehr Bergisch-Gladbach sitzt an der Feuerwehrwache während seines Dünendienstes auf der Düne der Hochseeinsel Helgoland.

Feuerwehr Helgoland braucht zu lange auf die Nebeninsel

Doch wozu gibt es das Projekt Freiwilliger Feuerwehrdienst? Der Sinn dahinter ist vor allem ein praktischer. Denn die Feuerwehr Helgoland hat ihre Wache auf der Hauptinsel. Bei einem Einsatz müssten die Feuerwehrleute erst mit dem Boot rüberfahren, das würde aber viel zu lange dauern. Die Hilfsfrist von wenigen Minuten muss eingehalten werden.

Daher wurde der sogenannte Dünendienst eingerichtet. „Solange auf der Düne vermietet wird, laden wir Feuerwehrkameraden vom Festland ein, hier für 14 Tage Feuerwehrdienst zu machen“, sagt Gemeindewehrführer Heiko Ederleh. Das ist in der Regel von März bis Oktober, berichtet der NDR.

Feuerwehr Helgoland sucht bundesweit nach Vertretungen

Außerdem kam es vor ein paar Jahren vor, dass in den Herbstferien fast die gesamte Feuerwehr Helgoland in den Urlaub fahren wollte. „Da mussten wir uns was einfallen lassen. Wir können ja nicht einfach sagen, wir machen zu“, erzählt Ederleh. So sei man generell auf die Idee gekommen, bundesweit nach Vertretungen zu suchen.

Feuerwehrkameraden sollen schöne Zeit verbringen und im Ernstfall eingreifen

Die Feuerwehrleute wohnen während der zwei Wochen in den Bungalows auf der Düne, bis zu drei Familienangehörige dürfen kostenlos mitreisen. Die Kameraden sollen auf der Düne eine schöne Zeit verbringen – aber im Ernstfall auch eingreifen, bis die Einsatzkräfte von der Hauptinsel übergesetzt haben. Kleinere Unfälle passierten laut Ederleh immer mal wieder. „Gott sei Dank hatten wir auf der Düne in den letzten Jahren aber nichts Größeres gehabt.“ Eine ganz außergewöhnliche geschichtet dagegen kann der gehörlose Feuerwehrmann Thomas Hoppe aus Schleswig Holstein erzählen.

Wer nun Lust auf den Dienst auf der Helgoländer Düne, über die schon mal ein Tornado gefegt ist, hat, muss besondere Qualifikationen mitbringen. Zum Beispiel einen Lkw-Führerschein, um das Feuerwehrfahrzeug, das auf der Düne stationiert ist, auch lenken zu dürfen, und insbesondere Atemschutzgeräteträger sein.

Atemschutzgeräteträger Felix Vorndran unterstützt auf Helgoland

Auch Felix Vorndran aus Bergisch Gladbach ist ein solcher Atemschutzgeräteträger. Er tut in diesem Sommer zum ersten Mal Dienst auf der Düne, gemeinsam mit drei Kameraden aus dem Kreis Pinneberg. Der 38-Jährige ist einer der freiwilligen Feuerwehrleute aus ganz Deutschland, die während der Saison helfen, auf der Düne den Brandschutz sicherzustellen. Auch Feuerwehrfrau Ann-Kathrin Söhl aus Verden war schon auf Helgoland im Dienst. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Marcus Brandt

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