Haftbefehl nach Brandanschlag auf Flüchtlingsunterkunft

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Der verkohlte Eingangsbereich eines als Flüchtlingsunterkunft genutzten Fachwerkhauses,

Sehnde - Ein 43-Jähriger hat gestanden, einen Molotowcocktail vor einem von Asylbewerbern bewohnten Haus in Sehnde bei Hannover angezündet zu haben. Der Mann gab an, nicht aus Ausländerhass gehandelt zu haben. Er beschreibt sich als Pyromane.

Nach dem Brandanschlag auf ein von Flüchtlingen bewohntes Haus in Sehnde bei Hannover hat die Staatsanwaltschaft Haftbefehl gegen einen 43-Jährigen beantragt. Der Mann soll in der Nacht zum Sonntag einen Molotowcocktail vor der Tür eines Fachwerkhauses im Ortsteil Haimar entzündet haben. Passanten konnten die Flammen löschen, die dreiköpfige Flüchtlingsfamilie im Haus wurde nicht verletzt. Dem 43-Jährigen wird schwere Brandstiftung vorgeworfen.

Der Mann habe in seiner Vernehmung eingeräumt, den Brand verursacht zu haben, teilte die Staatsanwaltschaft Hildesheim am Montag mit. Nach eigener Auskunft hatte er nicht damit gerechnet, dass dabei Menschen zu Schaden kommen könnten. Der mutmaßliche Brandstifter wies von sich, ausländerfeindlich zu sein - er handele zwanghaft, sagte er in seiner Vernehmung. Deshalb habe er bereits im August Feuer in einer alten Schmiede im Ort gelegt, auch für weitere Brände sei er verantwortlich. Der stark betrunkene Mann war noch in der Tatnacht nach einem Zeugenhinweis festgenommen worden. Bei einer Durchsuchung entdeckten die Beamten bei dem 43-Jährigen Stoffteile, die denen am Molotowcocktail glichen.

Der Beschuldigte sollte noch am Montag dem Haftrichter vorgeführt werden. In dem Fachwerkhaus wohnt eine dreiköpfige Flüchtlingsfamilie aus Montenegro. „Die Familie will in dem Haus bleiben. Sie fühlen sich in Haimar wohl“, sagte Sehndes Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke (CDU) am Montag. Die Haustür sei zwar beschädigt, schließe aber noch und werde repariert. Die Familie sei erleichtert, dass der mutmaßliche Täter gefasst sei, sagte der Bürgermeister. In Hannover hatten fünf Unbekannte in der Nacht zu Samstag einen 23 Jahre alten Syrer vor einer Asylbewerberunterkunft angegriffen, wie die Polizei berichtete.

Die fünf riefen dem jungen Mann zunächst aus dem Auto heraus fremdenfeindliche Parolen zu. Ein etwa 1,90 Meter großer, glatzköpfiger Angreifer habe dem jungen Mann dann ins Gesicht geschlagen. Die Polizei sucht weiterhin nach Zeugen für den Vorfall.
dpa

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