Corona-Pandemie

Booster-Impfung für 2G-Plus: Ab wann gilt die Auffrischungsimpfung rechtlich?

Die Boosterimpfung mit Biontech und Moderna ist das Thema des Winters. Ab wann ist die Auffrischungsimpfung rechtlich gültig? Das gilt für in Niedersachsen.

Update vom 10. Januar 2022 um 14:10 Uhr: Entgegen der Regelungen aus dem Dezember 2021 ist inzwischen vielerorts die Boosterimpfung bereits am Tag der Impfung gültig und befreit den Impfling von einer möglichen Testpflicht bei der 2G-Plus-Regelung. So zum Beispiel in Niedersachsen oder Hamburg.

Allerdings ist der Immunschutz noch nicht sofort gegeben und muss sich nach der Impfung zunächst aufbauen. Experten gehen davon aus, dass er erst nach einer Woche voll da ist.

Erstmeldung vom 16. Dezember 2021 um 16.10 Uhr: Hannover – Die Omikron-Variante greift weiter um sich: auch in Niedersachsen. In Nienburg hat der Kreissprecher am Mittwoch 13 Corona-Fälle mit der Omikron-Variante bestätigt. Umso wichtiger ist eine rasche Impfkampagne. Ab Freitag gilt in Niedersachsen flächendeckend die 2G-Plus-Regel. Die Teilnahme am öffentlichen Leben setzt in vielen Bereichen dann einen Corona-Test voraus, oder aber eine Booster-Impfung, insbesondere mit Biontech und Moderna. Doch ab wann ist die Drittimpfung überhaupt rechtlich gültig?

Bundesland:Niedersachsen
Einwohner:8.003.421 (Stand 31. Dezember 2020)
Ministerpräsident:Stephan Weil (SPD)

Bis die Booster-Impfung rechtlich gilt, muss auch in Niedersachsen gewartet werden

Schlechte Nachrichten für alle, die die Booster-Impfung gerade erst erhalten haben und auf eine sofortige Befreiung von der Testpflicht unter 2G-Plus gehofft hatten: Es muss gewartet werden. Bund und Länder haben sich jetzt auf eine einheitliche Regelung verständigt. Für die Umsetzung sind die Länder zuständig.

Bayerns Gesundheitsminister und Vorsitzender der Gesundheitsministerkonferenz Klaus Holetschek (CSU) erklärte, als vollständig geimpft gelten alle, deren Booster-Impfung mindestens 15 Tage zurückliegt. Damit muss nach der Auffrischungsimpfung zwei Wochen gewartet werden, bis die Testpflicht entfällt – auch in Niedersachsen. Die Auffrischungsimpfung ist diesen Winter der Schritt zu einigen Freiheiten im öffentlichen Raum. Für die kommenden Jahre befürchten Immunologen, dass auch die nächsten Winter aussehen könnten wie dieser. Das soll durch einen drastischen Anstieg an Impfungen und Auffrischungsimpfungen nach Stiko-Empfehlung verhindert werden.

In Niedersachsen endet die Testpflicht nach Booster-Impfung, auch andere Bundesländer lockern 2G-Plus Regel nach Auffrischungsimpfung

Noch während sich viele fragten, was es mit 2G-Plus genau auf sich hat, war das Bundesland von Stephan Weil vorangeprescht. In Niedersachsen entfiel die Testpflicht für Menschen mit Booster-Impfung unter 2G-Plus zuerst. Der niedersächsische Ministerpräsident hatte für sein Bundesland zuletzt eine Weihnachtsruhe mit stärkeren Kontaktbeschränkungen verkündet. Auch in dieser Zeit gilt die Befreiung von der Testpflicht.

Weil erklärte zur Weihnachtsruhe, man müsse „den Deich erhöhen, bevor das Wasser da ist.“ Seine Sorgen sind nicht unbegründet: In knapp der Hälfte der niedersächsischen Landkreise gilt Warnstufe drei. Omikron hat Niedersachsen erreicht, im Landkreis Nienburg gibt es seit Mittwoch 13 bestätigte Omikron-Fälle.

Booster-Impfungen sind das große Thema des Winters, nun gibt es bundesweit Regelungen ab wann die Drittimpfung gilt.

Hinsichtlich der Testpflicht ziehen die anderen Bundesländer nun nach. Bund und Länder haben sich darauf geeinigt, dass jeder, der eine Auffrischungsimpfung erhalten hat, ab dem Zeitpunkt der vollständigen Wirksamkeit von der Testpflicht befreit ist – auch unter 2G-Plus. Konkret bedeutet das nach zwei Wochen, auch in Niedersachsen. Mittlerweile kann auch die Drittimpfung über die Corona-Warn-App oder die Covpass-App nachgewiesen werden.

Ab wann bekomme ich die Booster-Impfung in Niedersachsen? Immunologen warnen vor zu früher Drittimpfung

Nun ist vorerst klar, ab wann die Booster-Impfung rechtlich gültig ist. Viele fragen sich indes, ab wann sie die Booster-Impfung überhaupt erhalten können. In Niedersachsen lautet die Antwort: nach vier Wochen. Damit geht das Land von Stephan Weil einen Sonderweg. Zuerst hatte Nordrhein-Westfalen die Auffrischungsimpfung nach vier Wochen ermöglicht, war nach deutlicher Kritik aber zurückgerudert.

In den kommenden Monaten wird die Frage nach dem Zeitpunkt der Drittimpfung noch von einem weiteren Aspekt abhängen, nämlich der Versorgungslage. Der neue Gesundheitsminister Karl Lauterbach hatte zuletzt verkündet, im nächsten Quartal stünden Engpässe bei Impfstoffen bevor, die Politik zeigte sich entsetzt. Zuvor erhält das Bundesland von Stephan Weil jedoch noch ein Sonderkontingent über 300.000 zusätzliche Impfdosen. Sie dürften vorerst noch einige Auffrischungsimpfungen abdecken.

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In Niedersachsen ist die Drittimpfung nach vier Wochen zwar weiterhin möglich, das Gesundheitsministerium betont jedoch, dass dies keineswegs empfohlen würde. Viele Immunologen sehen den Weg in Niedersachsen kritisch und warnen vor zu frühen Booster-Impfungen – diese sind zwar nach zwei Wochen rechtlich gültig, doch wenn zu früh verabreicht offensichtlich kaum wirksam. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

(Transparenzhinweis: Der Artikel wurde am 10. Januar 2022 um ein Update aktualisiert)

Rubriklistenbild: © Sina Schuldt/dpa

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