Bode verteidigt Erdgasförderung in Niedersachsen

Hannover - Niedersachsens Wirtschaftsminister Jörg Bode hat die von SPD, Grünen und Linken kritisierte Förderung von Erdöl und Erdgas im Kreis Rothenburg verteidigt.

Der Industriezweig habe sich in den vergangenen 150 Jahren zu einem „Garanten der heimischen Energieversorgung und einem wichtigen Arbeitgeber“ entwickelt, sagte der FDP-Politiker am Donnerstag im Landtag in Hannover. „Das die Gewinnung dieser Bodenschätze nicht völlig ohne Risiken ist, ist selbstredend.“ Daher sei es wichtig, die Risiken zu minimieren.

Nachdem Anfang dieses Jahres bekanntgeworden war, dass es wiederholt zu Umweltverschmutzungen gekommen war, besteht für die Opposition dennoch großer Klärungsbedarf. „Unklar ist, wie und wo das Lagerstättenwasser entsorgt wird“, sagte Grünen-Fraktionschef Stefan Wenzel. Frühstens Ende März lägen konkrete Informationen über die Menge und Art der Verschmutzungen vor, sagte Bode. SPD, Linke und Grüne forderten daher neben der umfassenden Aufklärung auch ein umweltschonenderes Förderverfahren.

Gesundheitliche Folgen seien der Landesregierung bislang nicht bekannt. „Derzeit liegen zwei Berichte von Blutuntersuchungen vor“, sagte Bode. Bei einem Menschen sei ein erhöhter Benzolwert festgestellt worden. Erhöhte Quecksilberwerte seien dagegen nicht bekannt. Das Gesundheitsamt werde den Fall weiter beaufsichtigen. Schadenersatzforderungen befürchtet Bode nicht.

Ungeachtet dessen kritisierte Bode erneut, dass es bei der zuständigen Landesbergbaubehörde zu Kommunikationspannen wegen undichter Erdgasleitungen gekommen war. „Auch ich erwarte einen anderen Umgang mit der Öffentlichkeit“. Derzeit überprüfe ein externes Unternehmen, ob Informationen effizient fließen. Er habe sich mit dem Landesbergamt bereits darauf verständigt, Informationen auch über die gesetzlichen Herausforderungen hinaus zu veröffentlichen.

Bode hatte erst Anfang 2011 erfahren, dass 2007 in Söhlingen giftige Stoffe von einer Kunststoffleitung, in der Förderwasser transportiert wird, in den Boden gelangt waren. Experten gehen davon aus, dass das Material der Leitung belastet war. Auch in Hengstlage im Kreis Oldenburg war das als krebserregend geltende Benzol entdeckt worden.

dpa

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