Schäfer im Stress - die Lämmer und Zicklein kommen

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Wenige Tage alte Lämmer stehen mit ihrem Muttertier am 13.01.2016 in Bleckede im Stall.

Bleckede - Die Lämmersaison hat begonnen. Schon Monate vor Ostern kommen Lämmer und Zicklein zur Welt. Doch nicht für alle Neuankömmlinge haben die kommenden Monate ein Happy End, viele werden verputzt.

Mit der Lämmersaison hat für die Schäfer wieder die arbeitsreichste Zeit des Jahres begonnen. Auch Schäfer Stefan Erb aus der Lüneburger Heide ist in diesen Tagen wieder im Stress. „Meine etwa 1000 Mutterschafe sind im Moment fast alle trächtig - am Lammen sind derzeit etwa 500“, sagte der 45-Jährige. „Wir haben in den letzten Tagen auch unsere Schafe geschoren, wir sind im Dauereinsatz.“

Die ersten Lämmer seien bei ihm in Bleckede (Landkreis Lüneburg) bereits Ende Dezember geboren, sagte Erb. In der Lüneburger Heide sind auch schon die ersten Heidschnucken-Lämmer zur Welt gekommen. Für die Schäfer dauert die anstrengende Zeit noch knapp drei Monate. Ein großer Teil der Lämmer wird zu Ostern geschlachtet, Schäfer Erb behält nur etwa 20 Prozent der weiblichen Lämmer für die Nachzucht. Die übrigen seien zumeist bereits verkauft oder vorbestellt, sagte Erb.

Knapp 237 000 Schafe gibt es laut Landwirtschaftskammer in Niedersachsen, das ist etwa ein Zehntel des bundesweiten Bestands. Und auch in der Arche-Region am nordöstlichen Ufer der Elbe geht es dieser Tage rund. Dort werden selten gewordene Nutztiere wie Leinegans, Brillenschaf oder Husumer Protestschwein erhalten. Rund 60 Tierrassen von der Roten Liste haben bereits einen Platz gefunden, etwa 150 Familien halten rund die Hälfte aller gefährdeten Rassen. 25 Höfe sind offiziell als Arche-Betrieb von der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen zertifiziert worden, sagte Arche-Sprecherin Angelika Hoffmann.

Die Lämmchen sind da

Ursprünglich in der Gemeinde Amt Neuhaus entstanden, sind mittlerweile auch Teile der Landkreise Lüchow-Dannenberg und Ludwigslust-Parchim (Mecklenburg-Vorpommern) beteiligt. Auf dem Ziegenhof „Gülzer Geißen“ von Uli Korte und Rudi Tussing in Teldau (Mecklenburg-Vorpommern) kommen jetzt täglich Zicklein zur Welt. „In der vergangenen Woche sind schon knapp 50 gekommen“, sagte Korte. Bis Anfang März sollen es mehr als 100 sein. Korte und Tussing halten gehörnte Toggenburger Ziegen, eine robuste Milchziegenrasse aus der Schweiz.

Dazu kommen einige der vom Aussterben bedrohten Thüringer Waldziegen. Auch eine Käsemanufaktur gehört zum Hof. „Doch im Winter, wenn die Lämmer kommen, muss die Käserei ruhen - die Neuankömmlinge im Stall brauchen die Milch der Ziegenmütter“, sagt Korte.
dpa

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