Fast jedes zweite Bio-Ei kommt aus Niedersachsen

Bio-Produkte bleiben gefragt: Ökolandbau in Niedersachsen im Trend

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Bio wächst weiter

Hannover - Alles Bio in Niedersachsen? Bis dahin dürfte noch viel Zeit vergehen, doch immer mehr Landwirte stellen inzwischen auf Ökobetrieb um. Aber nicht überall ist das so.

Bio bleibt angesagt: Die wachsende Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln lässt die Zahl der Öko-Betriebe in Niedersachsen weiter steigen. Im bisherigen Jahresverlauf hätten 150 Betriebe einen Antrag zur Umstellung auf Ökolandbau gestellt, damit könnten in diesem Jahr noch einmal rund 8000 Hektar Ökofläche dazukommen, sagte Agrarminister Christian Meyer (Grüne) am Freitag in Hannover. Insgesamt gebe es landesweit rund 1790 Öko-Betriebe. Wichtig sei es, den Anteil heimischer Bio-Produkte zu steigern, betonte Meyer. Bislang sei der Anteil der Importe noch hoch, besser sehe es bei Eiern oder Obst aus.

Den Angaben zufolge stammen 90 Prozent der Bio-Eier aus Deutschland, beim Obst seien es 70 Prozent. Nachholbedarf gebe es bei Gemüse oder bei Futtermitteln. Eine Sprecherin des Landvolks warnte, angesichts des Trends zu immer größeren Geschäften sei es schwer, die Nachfrage aus dem heimischen Markt zu bedienen, weil nicht so viel geliefert werden könne. Harald Gabriel, Bioland-Geschäftsführer in Niedersachsen und Bremen, betonte: "Wir brauchen mehr Bio aus Niedersachsen." Meyer erklärte, es sei eine Chance für den Ökosektor, wenn der Verbrauch an Bio-Lebensmitteln jährlich um zehn Prozent zulege.

Neun Prozent mehr Biohöfe

Allein im vergangenen Jahr wuchs die Zahl der Biohöfe im Land um 9 Prozent, die ökologisch bewirtschaftete Fläche sogar um 20 Prozent. Ende 2016 gab es in Niedersachsen 1646 Biohöfe, das waren 4,2 Prozent aller Betriebe. 87 212 Hektar - das waren 3,4 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche - wurden ökologisch bewirtschaftet.

Fast jedes zweite Bio-Ei in Deutschland kommt den Angaben zufolge aus Niedersachsen, seit 2012 stieg die Zahl der Bio-Legehennen im Land um 50 Prozent auf rund 2,2 Millionen Hühner. Deutlich gewachsen ist demnach auch der Bio-Obstanbau - etwa 40 Prozent der deutschen Bio-Äpfel kamen im vergangenen Jahr aus Niedersachsen. Die Anbaufläche für Bio-Obst wuchs seit 2013 um 30 Prozent auf rund 1400 Hektar.

Prämien spielen wichtige Rolle

Eine wichtige Rolle bei der Entwicklung spielen nach Meyers Einschätzung die Prämien für die Landwirte, die in Niedersachsen mehr als verdoppelt worden seien. "Das ist schon ein Anreiz", betonte er. Das Landvolk betonte dagegen, die Ausweitung des Ökolandbaus sei die Entscheidung einzelner Landwirte, die Politik könne dies unterstützen, aber nicht wirklich lenken.

Laut Ministerium gibt es deutliche regionale Unterschiede bei der Entwicklung des Ökolandbaus in Niedersachsen: Am stärksten wachse der Bio-Sektor im Nordosten - im Landkreis Lüchow-Dannenberg liege der Bio-Anteil bei fast 14 Prozent der Fläche, im Heidekreis seien es 11,1 Prozent und im Landkreis Lüneburg 8,6 Prozent. Schlusslichter mit einem Flächenanteil von weniger als einem Prozent seien die Landkreise Cloppenburg, Emsland, Vechta und Grafschaft Bentheim. Als ein Grund gelten dort die hohen Pachtpreise.

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