Geheimpapier des Verfassungsschutzes

Rettungswagen sollten Bomben schmuggeln

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Das Spiel Deutschland gegen Niederlande am Dienstagabend ist wegen eines drohenden Terroranschlags abgesagt worden. Das Stadion wurde rechtzeitig evakuiert.

Syke - Die Hintergründe der Terrorpläne anlässlich des Fußball-Länderspiels in Hannover am vergangenen Dienstag haben sich Mittwochabend konkretisiert. Laut „Bild“-Zeitung bestätigt ein Geheimpapier des Verfassungsschutzes Berichte unserer Zeitung, wonach Sprengsätze in einem Rettungswagen ins Stadion geschmuggelt werden sollten.

Umstritten bleibt bislang, ob ein solcher Sprengsatz auch tatsächlich in einem Fahrzeug gefunden worden ist. Am Dienstagabend hatte Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) das dementiert. Ein Zeuge berichtet allerdings, dass ein Schnüffelhund bei der Untersuchung eines Rettungswagens angeschlagen habe.

Nach Angaben der „Bild“-Zeitung geht aus dem Verfassungsschutz-Papier hervor, dass der Anführer der Terrorgruppe im Stadion anwesend sein wollte. Seine Aufgabe sei gewesen, die Detonationen der im Rettungswagen eingeschmuggelten Sprengsätze im Stadion zu filmen. Nach Mitternacht sollte es an Hannovers Hauptbahnhof zu einem weiteren Anschlag kommen.

Paris ist unterdessen gestern offenbar knapp einem weiteren Terroranschlag entgangen. Bei einer Razzia in der Vorstadt Saint-Denis hat die französische Polizei gestern eine Gruppe von Verdächtigen überwältigt, die „zu Aktionen bereit gewesen“ seien, wie der zuständige oberste Staatsanwalt François Molins Mittwochabend erklärte. Bei dem dramatischen, von heftigen Schusswechseln begleiteten Einsatz nahmen Spezialkräfte acht Verdächtige fest, mindestens zwei weitere Terrorverdächtige kamen ums Leben.

Erste Meldungen, wonach sich unter den Toten auch der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge vom Freitag, Abdelhamid Abaaoud, befand, wurden bis zuletzt nicht bestätigt. Die Identität der stark verstümmelten Toten sei bislang noch nicht geklärt, hieß es Mittwoch dazu.

Als Spezialkräfte eine Wohnung in Saint-Denis nördlich der Hauptstadt stürmten, sprengte sich eine Frau in die Luft. Ein Mann wurde von Schüssen und Granaten tödlich verletzt. Die Gruppe in der Wohnung sei bereit gewesen zuzuschlagen, sagte Molins. Die Polizei habe bei der Erstürmung 5000 Schüsse abgegeben. Mehrere Straßenzüge waren abgesperrt, bis zu 20.000 Menschen saßen in ihren Wohnungen fest. Die französische Polizei hatte aus abgehörten Telefonaten Hinweise erhalten, dass sich Abaaoud in der Wohnung in Saint-Denis aufhalten könnte. krz

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