48-Jähriger mit 2,2 Promille

Betrunkener Tennis-Trainer: Jugendteam muss Ausflug abbrechen

Braunschweig - Acht junge Nachwuchsspieler wollen ihre Idole live in der Halle spielen sehen. Der Ausflug über das Wochenende wird aber zum Desaster, weil der Trainer zu viel trinkt.

Ein Tennis-Jugendtrainer aus Nordrhein-Westfalen hat sich während eines Team-Ausflugs nach Braunschweig schwer betrunken - muss deshalb aber wohl keine strafrechtlichen Konsequenzen fürchten. „Bisher wurde kein Verfahren gegen den 48-Jährigen eingeleitet“, sagte eine Polizeisprecherin am Dienstag. Die Nachwuchsspieler im Alter von 13 bis 15 Jahren aus Lüdenscheid hatten in der Nacht zum Sonntag den Rettungsdienst alarmiert, weil sie sich Sorgen um ihren betrunkenen Betreuer machten. Noch in der Nacht wurde die Gruppe von Eltern aus dem 300 Kilometer entferntem Lüdenscheid abgeholt. Laut Polizei war der Mann mit 2,2 Promille nicht mehr in der Lage, seiner Aufsichtspflicht nachzukommen.

Der Trainer war am Wochenende mit den sieben Mädchen und einem Jungen aus NRW nach Braunschweig gereist, wo Deutschlands Tennis-Damen im Fed-Cup gegen Weißrussland spielten. Die Jugendlichen berichteten der Polizei, dass ihr Betreuer schon während der ersten Spiele am Samstag reichlich Alkohol getrunken hätte. Am Abend habe er dann Ausfallerscheinungen gezeigt und sei auch gestürzt. Deshalb entscheid sich die Gruppe, Hilfe zu rufen.

Kein Alkohol bei den Jugendlichen

Bis zum Eintreffen der Eltern wurde das Team vom Bereitschaftsdienst des Jugendamts betreut. Bei den Jugendlichen selbst habe es keinen Hinweis auf Alkoholkonsum gegeben, sagte die Polizeisprecherin. Während die Nachwuchssportler abrupt die Heimreise antraten, übernachtete der Trainer nach Informationen der Polizei in der eigentlich für die ganze Gruppe gebuchte Jugendherberge.

Nach Medienberichten über den nächtlichen Vorfall distanzierte sich das Deutsche Jugendherbergswerk von einer möglichen Verletzung seiner Aufsichtspflicht. Die Gruppe habe zwar am Nachmittag eingecheckt, aber den Abend nicht in der Braunschweiger Herberge verbracht und sei erst nach Schließung der Rezeption um 22 Uhr zurückgekehrt. Die für Notfälle gedachte Nummer sei nicht gewählt worden, ein Bereitschaftsdienst hätte aber zur Verfügung gestanden, hieß es in einer Stellungnahme des Landesverbandes in Hannover.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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