Betrüger nutzen oft das Telefon

Falsche Polizisten erbeuten 2017 bisher rund 2,3 Millionen Euro

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Ein Plakat der Polizei warnt vor Betrug am Telefon.

Göttingen - Die Zahl der Straftaten von falschen Polizisten in Niedersachsen ist in diesem Jahr weiter gestiegen. Bis Ende September waren die Täter nach Angaben des Landeskriminalamtes 100-mal erfolgreich. Der Wert der Beute beträgt zusammen rund 2,3 Millionen Euro.

Die falschen Beamten hätten vorwiegend Bargeld, aber auch Gold und Schmuck erbeutet, sagte eine LKA-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Daneben gab es nach Einschätzung der Polizei Tausende erfolglose Betrugsversuche.

Die Täter versuchen zumeist, ihre Opfer unter Vorwänden zur Herausgabe von Bargeld, Wertgegenständen oder Bankdaten zu bewegen, um damit Konten zu plündern. Oftmals haben sie damit Erfolg.

Die LKA-Sprecherin sagte, die Kontaktaufnahme erfolge in der Regel per Telefon. Um glaubhaft zu wirken, manipulierten die Anrufer ihre Rufnummer, so dass bei den Leuten am anderen Ende der Leitung die Amtsnummer örtlicher Polizeidienststellen erscheine.

Häufige Masche: Einbrecher in der Nachbarschaft

Nach LKA-Angaben sind die Anrufer häufig in der Türkei ansässig. Ihre Masche: Sie erzählen den potenziellen Opfern, dass in ihrer Nachbarschaft Einbrecher gefasst worden seien, die Listen mit Namen möglicher weiterer Opfer bei sich gehabt hätten. Dann folgen Fragen nach Bargeld, Schließfächern oder Tresoren und schließlich das Angebot, Wertsachen zum Schutz vor Einbrechern abzuholen. Beißen die Opfer an, werden sogenannte Läufer losgeschickt, die oftmals arglos vor der Haustür deponierte Beute abholen.

Spezialisten für Wirtschaftskriminalität hätten den Betrug von falschen Polizisten in Niedersachsen derzeit verstärkt in den Fokus genommen, sagte die LKA-Sprecherin. Es habe bereits erfolgreiche Ermittlungsverfahren und Festnahmen Tatverdächtiger gegeben.

So konnte die Polizei kürzlich in Göttingen einen Erfolg vermelden. Ein Unbekannter hatte am Telefon versucht, eine 82 Jahre alte Frau zur Herausgabe von Bargeld zu überreden. Die Seniorin schöpfte allerdings Verdacht und informierte die richtige Polizei. Bei einer vermeintlichen Geldübergabe wurde ein aus der Region Hannover stammender 28-Jähriger festgenommen.

dpa

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