Kritiker fürchten Betonverfüllung der Asse

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Ein Mitarbeiter des einsturzgefährdeten Atommülllagers Asse bearbeitet in der Schachtanlage in Remlingen einen Stollen mit einer Fräse (Archivfoto vom 24.06.2009). Bei der Sanierung des maroden AtommülllagersAsse befürchten Umweltverbände und Bürgerinitiativen, dass sich die Behörden vorschnell für eine Betonverfüllung entscheiden.

Hannover. Bei der Sanierung des maroden Atommülllagers Asse befürchten Umweltverbände und Bürgerinitiativen, dass sich die Behörden vorschnell für eine Betonverfüllung entscheiden.

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) verbreite Angstszenarien zum Zustand des alten Bergwerkes, wodurch eine Rückholung der Atommüllfässer aus der Tiefe oder eine Umlagerung unter Tage aus dem Blickfeld gerieten, teilte der Asse II-Koordinationskreis am Montag in Hannover mit. Das Amt habe seine Prüfkriterien so festgelegt, dass alles auf ein Verfüllen der Stollen hinauslaufe. „Stabilisierungsmaßnahmen, die erforderlich wären, damit verschiedene Optionen denkbar wären, sind nicht in Angriff genommen worden“, warf Koordinationskreis-Mitglied Frank Hoffmann dem BfS vor.

Im Auftrag der Strahlenschutzbehörde untersuchen Fachleute derzeit Modelle für eine Schließung der Asse: Möglich wäre eine Bergung der Atommüll-Fässer, die Umlagerung des Atommülls oder das Verfüllen der Kammern mit Spezialbeton. Ende des Jahres will BfS-Präsident König entscheiden, welche Option für die Stilllegung infrage kommt.

Anfang Oktober werden die Gutachter die drei Machbarkeitsstudien der Öffentlichkeit und dem BfS vorstellen. Im November dann werden die BfS-Experten die Studien bewerten. Noch vor wenigen Tagen hatte König gesagt, dass weiter alle Möglichkeiten offen sind und keine der Optionen ausgeschlossen sei.

Die Verbände und Initiativen verlangten vom Strahlenschutzamt, der Langzeitsicherheit des Lagers bei der Suche nach einer Zukunftslösung einen höheren Stellenwert als bisher einzuräumen. Unabhängig von der letztlich gewählten Schließungsvariante müsse der Atommüll überwacht werden und die Entscheidung umkehrbar bleiben, für den Fall dass später Probleme aufträten, sagte Koordinationskreis-Mitglied Michael Fuder. Die Philosophie einer wartungsfreien Lagerung von Atommüll in der Tiefe sei gescheitert.

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