Bestatter als Eventmanager

Bunter, persönlicher - weniger religiös: Bestattungskultur im Umbruch

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Die Bestattungskultur in Niedersachsen hat in den letzten Jahren einen Wandel erlebt.

Hannover - Von Johannes Giewald. Mehr Urnenbestattungen, pflegeleichtere Grabflächen, buntere Trauerfeiern: In einer sich ständig verändernden Gesellschaft, befindet sich auch die Bestattungskultur in einem stetigen Wandel.

Die Geschwindigkeit der Veränderungen hat in den letzten Jahren zugenommen. „Die Bestattungskultur ist heterogener geworden“, erklärte Oliver Wirthmann, Geschäftsführer des Kuratoriums Deutsche Bestattungskultur. Tradition und Religion verlieren an Wichtigkeit, der Preis wird entscheidender.

Bestattung - Feuerbestattungen machen in Niedersachsen heutzutage rund 60 Prozent der Bestattungen aus. Anfang der 90er Jahre war es nur knapp ein Drittel. „Das Grab dient nicht mehr zu repräsentativen Zwecken wie früher“, erklärte Alexander Helbach von der Verbraucherinitiative Bestattungskultur Aeternitas. Auch die höheren Kosten für einen Sarg seien ein entscheidender Faktor.

Friedhöfe - Durch die vielen Urnengräber verändert sich auch das Bild der Friedhöfe im Land. „Sie werden viele leere Flächen sehen“, sagte Helbach. Anfang der 60er seien die Friedhöfe als großflächige Areale für Sarggräber geplant worden. Viele große Flächen bleiben schon heute leer. Dafür findet man auf Friedhöfen neue Grabkonzepte, wie originell gestaltete, pflegearme Gemeinschaftsgräber.

Asche  - In Bremen ist es seit Beginn des Jahres möglich, seine Asche in Gärten oder an Flüssen zu verstreuen. Als einziges Bundesland hat Bremen unter Kritik von CDU und Kirchenvertretern dafür den Friedhofszwang gelockert. Großen Anklang fand die Möglichkeit bislang jedoch nicht. „Das ist nur eine Randnotiz“, sagte Christian Stubbe, Vorsitzender des Bremer Bestatterverbands. Nur etwa zehn Menschen bei 6100 Todesfällen hätten im kleinsten Bundesland ihre Asche nicht auf dem Friedhof verstreut.

Trauerfeier - Trauerfeiern werden bunter und persönlicher ohne dabei spektakulärer zu werden. „Menschen wünschen sich individuelle Abschiede“, sagte Oliver Wirthmann. Es werden Fotos gezeigt oder die Lieblingsmusik des Toten gespielt. In Trauerreden soll die Persönlichkeit des Verstorbenen in den Mittelpunkt gestellt werden. Nur noch etwa die Hälfte aller Trauerfeiern würden in einem kirchlichen Rahmen stattfinden, erklärte Wirthmann.

Kosten - Mit dem Tod eines Angehörigen kommen hohe Kosten auf die Hinterbliebenen zu. Vom Eintritt des Todes bis zur Beisetzung entstehen Kosten zwischen 2500 und 4000 Euro ausgeben. Darüber hinaus müssen Angehörige mit Kosten für Grabpflege zwischen 800 und 8000 Euro rechnen. Weniger Hinterbliebende lassen sich daher auf opulente Bestattungen ein und wählen stattdessen ein pflegeleichtes Urnengrab.

Bestatter - Bestatter begreifen sich heutzutage als Eventmanger, meint Halbach. Billiganbieter im Internet haben einen Preiskampf eröffnet. Um auf dem Markt zu bestehen, müssen sich Bestatter bei der gesamten Gestaltung von Trauerfeier und Bestattung von der Konkurrenz abheben. Der Bundesverband warnt vor dem Online-Preisvergleich. Die genauen Kosten ließen sich nicht in einem Vergleich aufzeigen, sondern bedürfen einer individuellen Beratung.

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