Trockenheit und Wärme gut für Jungtiere

Bestand der Feldhasen in Niedersachsen stabil

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Feldhase

Hannover - Elf Feldhasen pro Quadratkilometer haben die Jäger auf Niedersachsens Feldern und Wiesen gezählt. „Der Bestand ist damit stabil geblieben“, sagte Florian Rölfing, Sprecher der Landesjägerschaft (LJN) in Hannover.

Der Besatz würde regional aber erheblich schwanken, hätten die Zählungen der Wildtiererfassung Niedersachsen (WTE) ergeben. „Die Reviere im Westen und Nordwesten des Landes sind traditionell Hochburgen für die Langohren“, so Rölfing. Hier lebten bis zu 80 Hasen pro Quadratkilometer.

Trockenheit und Wärme im Frühjahr sind gut für die Hasen

Doch auch in anderen Gebieten komme Lepus europaeus flächendeckend vor. „Entscheidend für den Feldhasen sind die Qualität des Lebensraums, die Witterung und der Einfluss der Fressfeinde“, erklärte LJN- Wildbiologe und Hasen-Experte Egbert Strauß. „Ein tendenziell eher trockenes und wärmeres Frühjahr, wie wir es aktuell erleben, schafft für die Hasen gute Ausgangsbedingungen.“

Wenn das Wetter weiter mitspiele, könne man auf eine positive Entwicklung hoffen. „Besonders ungünstig ist die Kombination von Kälte und Nässe“, sagte Strauß. Junghasen werden auf offenem Feld in einer Erdmulde geboren, der sogenannten Sasse. „Beständiger Regen durchnässt das Fell, es isoliert nicht mehr richtig und bei niedrigen Temperaturen sterben viele Jungtiere“, beschrieb Strauß die Folgen.

Der Feldhase braucht strukturreiche Lebensräume etwa mit Hecken und Brachflächen, um passendes Futter und Deckung zu finden. Deshalb legen die Jäger etwa kräuterreiche Randstreifen an oder kümmern sich um den Erhalt von artenreichen Brachflächen. Dazu gehöre auch die Bejagung von Fressfeinden des Hasen wie dem Fuchs, sagte Rölfing.

Bundeweit stabiler Bestand

Im Rahmen der Wildtiererfassung Niedersachsen (WTE) werden seit mehr als 25 Jahren unter wissenschaftlicher Begleitung des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung Wildtierarten von Jägern in Niedersachsen erfasst. Mit elf Feldhasen pro Quadratkilometer sei der Bestand auch bundesweit stabil, sagte Torsten Reinwald, Sprecher des Deutschen Jagdverbandes (DJV) in Berlin.

Allerdings gab es regional im vergangenen Jahr große Verluste. Das nasskalte Wetter hat vor allem den Junghasen mancherorts schwer zugesetzt. Drastisch waren die Verluste in den Mittelgebirgslandschaften im Osten und Westen. Besonders viele Hasen wurden im vergangenen Jahr in der nordwestdeutschen Tiefebene gesichtet. "Hasenland Nummer Eins ist Nordrhein-Westfalen geblieben", sagte Reinwald. Dort waren im Mittel 17 Hasen pro Quadratkilometer unterwegs, nur drei sollen es dagegen in Sachsen gewesen sein.

Feldhase und Kaninchen - die Unterschiede

Feldhase und Kaninchen sind biologisch eng miteinander verwandt, doch gibt es eine ganze Reihe von Unterschieden. So ist das Kaninchen deutlich kleiner als der Feldhase und hat kürzere Ohren. Hasenaugen haben zudem eine bernsteinfarbene Iris mit dunkler Pupille, Kaninchenaugen sind dunkelbraun.

Das Wildkaninchen gräbt Höhlen und bringt dort auch seine Jungen zur Welt. Der Feldhase dagegen lebt unter freiem Himmel auf Feld und Wiese. Er nutzt zur Deckung kleine Bodenmulden, die sogenannten Sassen. Während Kaninchen in Kolonien leben, sind Feldhasen eher Einzelgänger.

Kaninchen kommen mit geschlossenen Augen und fast nackt zur Welt, Hasen dagegen praktisch voll entwickelt. Beide Arten sind ausgesprochen fruchtbar und können mehr als ein Dutzend Junge im Jahr bekommen. Volkskundler vermuten, dass der Hase als Symbol des Lebens die zur Osterzeit erwachende Natur versinnbildlichen soll.

dpa

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