Mahnung der staatlichen Vogelschutzwarte

Bestände bedrohter Vogelarten sinken trotz Schutzgebieten

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Kiebitze bleiben trotz Vogelschutzgebieten stark bedroht.

Hannover - Trotz der Ausweisung von Vogelschutzgebieten schrumpfen die Bestände etlicher bedrohter Vögel in Niedersachsen weiter. Abseits von Schutzgebieten beeinträchtigt unter anderem die Landwirtschaft die Vögel.

Die Agrarpolitik drohe Anstrengungen der Naturschutzbehörden zunichte zu machen, sagte der Leiter der Staatlichen Vogelschutzwarte Niedersachsen, Markus Nipkow, am Freitag in Hannover.

Die Einrichtung eines Schutzgebietes reiche nicht aus

Dort gab es anlässlich des 70-jährigen Bestehens der Vogelschutzwarte einen Festakt und eine Fachtagung. Zwar habe Niedersachsen inzwischen 71 Europäische Schutzgebiete mit einer Fläche von rund 340.000 Hektar. Es fehlten aber oft noch Schutzgebietsverordnungen, sagte Nipkow. Vielerorts müsse der Lebensraum der Vögel innerhalb der Schutzgebiete verbessert werden, mit der bloßen Einrichtung der Gebiete sei es nicht getan. 

"Insbesondere die Bestände der Wiesenvögel, Uferschnepfen, Kiebitze und Brachvögel gehen weiterhin dramatisch zurück", sagte Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne). Der Erhalt der biologischen Vielfalt sei eine zentrale Herausforderung. "Die Staatliche Vogelschutzwarte ist daher auch in Zukunft als fachliche Instanz und Ratgeber unersetzlich." 

Die Vogelschutzwarte wurde 1947 auf private Initiative gegründet und zu Beginn der siebziger Jahre in die Fachbehörde für Naturschutz integriert. Früher unterlag der Vogelschutz stark dem Schaden-Nutzen-Denken. So wurde etwa der Sperber verfolgt, weil er Meisen frisst. Diese Aufteilung in "gute" und "böse" Vogelarten gibt es heute nicht mehr.

dpa

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