Bergungsarbeiten an zerstörter Emsbrücke beginnen

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Ein Schwimmkran hebt bei Weener zerstörte Teile der bei einer Kollision beschädigten Friesenbrücke hoch.

Weener - Deutschlands längste Klappbrücke ist zerstört. Trümmer versperren Seeschiffen den Weg durch die Ems. Ein Schwimmkran räumt ihnen jetzt die Durchfahrt frei.

Die Bergung von Trümmerteilen der zerstörten Emsbrücke in Ostfriesland kommt voran. Arbeiter begannen am Dienstag damit, das abgerissene Mittelstück zu zerlegen. Ein Schwimmkran sollte die einzelnen Teile anschließend bergen und auf ein Ponton heben. „Es läuft alles nach Plan“, sagte Claudia Thoma von der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt. Die Behörde geht davon aus, dass Seeschiffe Deutschlands längste Klappbrücke am Freitag wieder passieren können. Ein Frachter hatte am vergangenen Freitag bei Weener die geschlossene Klappbrücke gerammt und in zwei Teile gerissen. Einen technischen Fehler am Schiff und dem Stellwerk der Eisenbahnbrücke schließt die Staatsanwaltschaft inzwischen aus. Sie ermittelt gegen den Kapitän der 100 Meter langen „Emsmoon“ und den Lotsen wegen des Verdachts der Gefährdung des Schiffverkehrs. „Die beiden Beschuldigten haben sich bisher nicht geäußert“, sagte die Auricher Oberstaatsanwältin Katja Paulke.

Die Ermittler prüfen jetzt, wer von den beiden zu dem Zeitpunkt des Unfalls die Verantwortung über das Schiff hatte. Die Besatzung und den Brückenwärter haben sie bereits befragt. Weitere Erkenntnisse soll die Auswertung des Voyage-Data-Rekorders bringen, der ähnlich wie ein Flugschreiber Stimmaufnahmen und verschiedene technische Daten speichert. Die Staatsanwaltschaft hat außerdem beantragt, dass der russische Kapitän eine Sicherheitsleistung hinterlegen soll - damit soll sichergestellt werden, dass er für die Folgen seines Handelns gerade steht, sollte es zu einem Verfahren gegen ihn kommen. Im Fall einer Verurteilung drohten ihm und dem Lotsen eine Geldstrafe oder bis zu zwei Jahre Haft, sagte Paulke. Die Bahn geht von einem Schaden in Millionenhöhe aus, da die Brücke neu gebaut werden muss. Das wird mehrere Jahre dauern. Nach dem Ende der Bergungsarbeiten werde man sich die Schäden genau ansehen und dann alles weitere planen, sagte ein Bahnsprecherin. Reisende zwischen Leer und dem niederländischen Bad Nieuweschans müssen solange auf Busse umsteigen und längere Fahrzeiten einplanen. dpa

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