Beratung im Landtagsausschuss: CDU drängt zur Eile

„Ausbildungsstau“ bei der Feuerwehr

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An der Feuerwehr-Akademie in Niedersachsen fehlt es an Ausbildern. Das will die Politik nun ändern.

Hannover - Von Marvin Köhnken. In Niedersachsen fehlen Ausbilder für Führungskräfte der Freiwilligen Feuerwehren. Auf Anfrage der CDU-Fraktion im Landtag hatte Innenminister Boris Pistorius (SPD) zu Jahresbeginn bekannt gegeben, dass nur rund die Hälfte aller Bewerber aus den Kommunen die Chance auf Teilnahme an entsprechenden Kursen bekommen würden.

Besonders betroffen war in diesem Jahr die Freiwillige Feuerwehr in Isernhagen: Den Einsatzkräften aus Region Hannover wurden 2015 nur 16 von 59 beantragten Ausbildungsplätze bewilligt. Weil wegen der Flüchtlingskrise zeitweilig keine Kurse möglich waren, wurden letztlich nur 14 Einsatzkräfte ausgebildet. Als Ursache verwies das Land auf den zuletzt deutlich gestiegenen Bedarf an Lehrgangsplätzen. Jetzt kündigte der Minister gegenüber dem Feuerwehr-Verband konkrete Hilfe an.

„Kapazitäten reichen seit Jahren nicht aus“

„Die gegenwärtige Kapazität kann seit Jahren den Bedarf der Kommunen nicht decken“, sagte Pistorius im Januar über die Situation an der für diese Ausbildung zuständigen Niedersächsischen Akademie für Brand- und Katastrophenschutz (NABK). Auf Initiative der CDU berät der Landtagsausschuss für Inneres am Donnerstag über mögliche Lösungen.

Dass die Christdemokraten um Fraktionschef Björn Thümler dabei auch bei SPD und Grünen auf offene Ohren stoßen, begrüßt der CDU-Politiker: „Zwischen den Parteien herrscht eine grundsätzliche Einigkeit, den Ausbildungsstau abzubauen.“ Mithilfe eines Stufenplans möchten SPD und Grüne die Deckung des Aus- und Weiterbildungsbedarfs an der NABK bis 2018 auf 100 Prozent bringen.

Das Innenministerium habe begonnen, die Situation anzugehen, bestätigt Thümler. „Es muss darum gehen, die Kapazitäten zu erweitern und die Bezahlung der Ausbilder zu erhöhen. Die lukrativen Stellen für ausgebildete Experten befinden sich bisher woanders. Beispielsweise bei der Berufsfeuerwehr.“

Klaus-Peter Grote, Vizepräsident des Landesfeuerwehrverbands, bestätigt die Fortschritte bei der Ausbildung von Führungskräften: „Der Innenminister hat uns am Anfang dieser Woche die Schaffung von acht neuen Lehrer-Stellen im kommenden Jahr zugesichert.“

Pistorius bestätigt neue Stellen und NABK-Ausbau

Zudem bestätigte Pistorius dem Verband laut Grote den Bau des ersten Bauabschnitts für ein neues Ausbildungszentrum in Celle-Scheuen – einem von zwei Standorten der NABK – bis 2020 (Kosten: 38,3 Millionen Euro). Für den geplanten zweiten Bauabschnitt (Kosten: 53 Millionen Euro) fehle derzeit noch ein Beschluss der Landesregierung.

„Klar ist: Die Konkurrenz sucht auch“, sagt Feuerwehrmann Grote und zeigt sich erfreut über die Bereitschaft der Politiker, über Parteigrenzen hinweg an der Verbesserung der Situation zu arbeiten. Die Aussichten seien gut, für kommendes Jahr rechnet Grote mit einer Zusagequote von 60 Prozent, 2018 sollen es mindestens 80 Prozent sein.

Thümler wirbt dafür, jetzt nicht über „Nuancen“ zu reden, sondern schnell ein deutliches und einheitliches Signal für die Wertschätzung der Feuerwehren zu setzen: „Ich finde, das kann alles schneller gehen.“

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