Täter versuchen über 200 Stellen zu täuschen

Mitarbeiterin lässt Millionenbetrug mit Elterngeld auffliegen

Celle - Eine Mitarbeiterin der Elterngeldstelle in Celle hat einen bundesweit angelegten Betrugsversuch um Elterngeld in Höhe von 4,9 Millionen Euro platzen lassen. Die aufmerksame Mitarbeiterin hatte die Echtheit vorgelegter Unterlagen in Zweifel gezogen - und die Professionalität der Fälschungen ließ ein größeres Ausmaß an Betrugsversuchen befürchten.

Deswegen schlug das niedersächsische Sozialministerium vor gut einem Jahr Alarm, teilte dessen Sprecher am Freitag mit. Bei einer Razzia Ende April wurden ein Polizeibeamter aus Hessen und sein Ex-Kollege als Hauptverdächtige festgenommen, teilte die Staatsanwaltschaft in Bochum mit.

Um nicht zu leicht aufzufliegen, sollen die Männer 58 Bankverbindungen online eröffnet und sich mit gefälschten französischen Identitätskarten ausgewiesen haben. Für den Schriftverkehr sollen sie in Chemnitz unter falschem Namen einen Briefkasten angemietet haben. Wie die "Hessische/Niedersächsische Allgemeine" berichtet, soll einer der Hauptverdächtigen aus dem Schwalm-Eder-Kreis stammen.

Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) zeigte sich äußerst dankbar darüber, dass die Fälschungen entdeckt wurden, berichtete die "Nordwest-Zeitung". So hätten die Betrüger bis zur Festnahme nur 600 Euro in Niedersachsen einstreichen können.

dpa

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