Bedingt wintertaugliche Unterkünfte

Kälteeinbruch: 3000 Flüchtlinge immer noch in Zelten

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In Bremen mussten bereits 1400 Flüchtlinge die Zelte wegen Orkanböen verlassen.

Hannover / Bremen - Rund 3000 Flüchtlinge in Niedersachsen und Bremen müssen bei Sturm und Kälte in Zelten ausharren. Bei Windstärke zehn ist jedoch die kritische Grenze erreicht. Was können die Behörden tun?

In Niedersachsen und Bremen sind immer noch mehr als 3000 Flüchtlinge in Zelten untergebracht. Mit dem Sturm und dem erwarteten Kälteeinbruch verschärft sich die Lage in den Unterkünften jetzt. Die Zelte werden zwar beheizt, gelten aber nur bedingt als winterfest. In Braunschweig sind momentan rund 800 Menschen betroffen, in Bramsche im Kreis Osnabrück etwa 600 und in Friedland im Kreis Göttingen rund 200. In Bremen mussten wegen Orkanböen 1400 Flüchtlinge bereits ihre Zelte verlassen und zwei Nächte in Schulen verbringen. Komfortablere Lösungen sind vielerorts nicht in Sicht.

Die Zelte würden definitiv auch den Winter über gebraucht, sagte ein Sprecher der niedersächsischen Landesaufnahmebehörde. Dabei würden ausschließlich Zelte mit einer doppelten Außenhaut verwendet, die nach Angaben der Hersteller winterfest seien. Diese Zelte sind mit festen Fußböden ausgestattet und auf 22 Grad geheizt. Zudem sind Großraumraumzelte für bis zu 200 Menschen in kleinere Einheiten unterteilt. „Beliebter sind bei den Flüchtlingen natürlich feste Unterkünfte“, sagte der Sprecher.

„Die Unterbringung innerhalb der Zelte bietet nicht im geringsten eine Privatsphäre oder auch Gewaltschutz“, kritisierte eine Sprecherin des Flüchtlingsrates Niedersachsen.

Auch Bremen sieht derzeit keine Alternative zu den Zelten. Sie sind mit Kabinen für je vier bis fünf Personen unterteilt und bieten Platz für bis zu 1500 Flüchtlinge. Die Zelte sind alle beheizbar, aber nicht winterfest. Ob sie ohne feste Wände und Dächer auch bei Schnee und Eis taugen, ist offen. Nach Herstellerangaben halten sie zudem nur bis zu Windstärke 10 stand - zu wenig für die angesagten Orkanböen bis Windstärke 11 in den vergangenen Tagen. Rund 1400 Bewohner mussten daher vorsichtshalber für zwei Nächte in Schulen umziehen.

„Die ganze Unterbringungssituation ist von einem hohen Maß an Improvisationen begleitet“, sagte Bernd Schneider vom Bremer Innenressort. Das Ziel sei, Flüchtlinge möglichst nur für einen kurzen Zeitraum in den Zelten unterzubringen, bis Plätze in festen Immobilien frei werden.

„Besonders für Frauen und Kinder sind Zelte im Winter kein geeigneter Wohnort“, sagte Laura Müller vom Flüchtlingsrat Niedersachsen. Allein der nächtliche Gang zur Toilette durch Sturm, Regen, Schnee, Kälte und Regen sei ein großes Problem: „Hinter der Zeltwand kommt gleich das Wetter.“ Als bessere Lösung seien Zelte innerhalb von Hallen denkbar. dpa

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