Bauernpräsident Rukwied schwört Landwirte auf schwierige Zeiten ein

"Ein Land ohne Landwirtschaft hat keine Zukunft"

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Zum Auftakt des Bauerntages fordert Bauernpräsident Rukwied Impulse und Signale von der Politik für die Zukunft der Branche.

Hannover - Bauernpräsident Joachim Rukwied sieht seine Branche zu Unrecht in der Kritik. Zum Auftakt des zweitägigen Deutschen Bauerntages in Hannover erklärte er in einer betont kämpferischen Rede: "Die Angriffe in letzter Zeit sind schärfer geworden." 

Sowohl Umweltverbände wie den Bund, aber auch den grünen Spitzenpolitiker Anton Hofreiter ging er unter dem Applaus der 600 Delegierten scharf an. Er warnte davor, die deutsche Landwirtschaft mitten in der Marktkrise durch ein immer enger werdendes Regulierungs-Korsett zu ersticken: "Wir brauchen keine Agrarwende - die deutschen Bauern wirtschaften nachhaltig." Sie hätten auch das Tierwohl im Blick. 

Joachim Rukwied, alter und neuer Präsident des Deutschen Bauernverbandes und des Landesbauernverbandes in Baden-Württemberg.

Derzeit leiden Bauern etwa unter niedrigen Preisen und wegbrechenden Märkten. Gesunkene Weltmarktpreise und der russische Importstopp für EU-Agrarprodukte haben bei vielen Betrieben zu heftigen finanziellen Einbußen geführt. Betroffen sind vor allem Milchbauern, doch auch bei Schweinefleisch sowie bei Obst und Gemüse ist die Lage kritisch. Rukwied warnte: "Ein Land ohne Landwirtschaft hat keine Zukunft." Die Bauern bräuchten gerade in der Krise ermutigende Signale und Impulse, die zeigten, dass sie eine Zukunft hätten. "Wir haben viele Steine aus dem Weg zu legen", sagte der bisherige DBV-Präsident, bevor er mit 88,76 Prozent der abgegebenen Stimmen im Amt als Chef des Deutschen Bauernverbands (DBV) bestätigt wurde. Das Ergebnis ist etwas geringer als bei seiner ersten Wahl 2012 mit 95,4 Prozent. Damals war er zum Nachfolger des langjährigen Amtsinhabers Gerd Sonnleitner gekürt worden.

Im DBV sind nach dessen eigenen Angaben etwa 300.000 deutsche Landwirte und ihre Familien organisiert. Als Rukwieds Stellvertreter wurden die Funktionäre Walter Heidl aus Bayern (92,75 Prozent der abgegebenen Stimmen), der niedersächsische Landvolk-Präsident Werner Hilse (83,59 Prozent), der aus Schleswig-Holstein stammende Werner Schwarz (95,71) sowie der Sachse Wolfgang Vogel (75,49) gewählt. 

Rukwied betonte, die Bauern dürften auch Respekt und Anerkennung erwarten. Er mahnte zugleich: "Wenn der Rahmen, den man uns setzt, immer enger wird, wird das nicht funktionieren." Zukunft für die deutsche Landwirtschaft bedeute auch den Export heimischer Agrarprodukte in Drittländer außerhalb der EU. Namentlich wandte er sich auch gegen Vorschläge des grünen Spitzenpolitikers Anton Hofreiter für eine Agrarwende. Unter dem Beifall der Delegierten hielt er ihm vor, von der Landwirtschaft nur wenig Ahnung zu haben. Ausdrücklich sprach sich der Bauern-Präsident zudem für eine Zulassungsverlängerung des umstrittene Pflanzenschutzmittels Glyphosat aus. Zu den Folgen des britischen EU-Ausstiegs warnte er davor, nun die bisherigen EU-Mittel für die deutschen Bauern zu reduzieren oder zugunsten von NGO's umzuschichten.

dpa

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