Frost, Regen und Unwetter

Wetterkapriolen machen Ernte zur Glückssache

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„Xavier“ hat viele Maisfelder im Land verwüstet.

Oldenburg/Hannover - Frost im Frühjahr, Dauerregen im Sommer, Sturm im Herbst: Nach zahlreichen Wetterkapriolen fällt die diesjährige Ernte nach Einschätzung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen durchwachsen aus.

Noch habe sich die Lage nicht entspannt, sagte ein Sprecher der Kammer mit Blick auf die Ernte von Kartoffeln, Mais und Zuckerrüben. „Es ist noch lange nicht alles vom Acker.“ Beim Getreide seien die Erträge leicht unterdurchschnittlich, die Obstbauern befürchten herbe Verluste. Sturmtief „Xavier“ hatte zudem viele Maisfelder verwüstet.

Getreide und Raps seien nur schleppend eingefahren worden, erklärte der Sprecher. Das sei ein Problem auch für die laufende Ernte von Kartoffeln, Zuckerrüben und Mais - die Erntemaschinen könnten wegen der nassen Böden nicht auf die Äcker gebracht werden. Über die Ernteergebnisse und auch die Qualität der Ernte angesichts des Wetters informiert der Präsident der Landwirtschaftskammer, Gerhard Schwetje, am Donnerstag.

Mit Eis als Frostschutz versuchten Bauern ihre Obstbäume zu schätzen.

Anfang Oktober hatte „Xavier“ Maisfelder in Niedersachsen schwer mitgenommen, auch einzelne Ställe waren nach Angaben des Landvolks betroffen. Die Höhe der Schäden war zunächst unklar, außerdem stand zunächst nicht fest, wie viele Maisfelder überhaupt noch abgeerntet werden können.

Einbußen auch bei Getreide und Obst

Nach den schweren Regenfällen Ende Juli waren die Bauern auch in Sorge um die Getreideernte. Vor allem im Süden und Osten des Landes überfluteten die Wassermassen viele Felder. Nach früheren Umfragen des Landvolks gibt es überall Qualitätseinbußen, das Bild sei aber landesweit nicht einheitlich.

Obstplantagen in Niedersachsen mussten dieses Jahr deutliche Verluste hinnehmen.

Negative Folgen hat das Wetter auch für die Obstbauern - sie befürchten herbe Verluste bei der Apfelernte. In vielen Anbaugebieten hatte später Frost mitten in der Blütezeit im April die Ernte verdorben. Im September gab das niedersächsische Landesamt für Statistik bekannt, dass die Bauern in Niedersachsen und Hamburg mit einer Gesamtmenge von rund 230.000 Tonnen rechnen - gut ein Drittel weniger als 2016. An der Niederelbe mit dem Kerngebiet Altes Land, eines der wichtigsten Obstanbaugebiete Europas, wird auf rund 10.500 Hektar Obst angebaut.

Insgesamt dürften die Einnahmen der Bauern geringer ausfallen, bilanzierte der Kammersprecher. Hintergrund sei auch, dass der Aufwand der Landwirte in diesem Jahr größer sei - der Maschinen- und Personaleinsatz sei höher, die Böden seien in Mitleidenschaft gezogen und das Getreide müsse getrocknet werden.

dpa

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