"Am Standort festhalten“

Barsinghausen lässt sich nach Anschlag nicht einschüchtern

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Auf ein im Bau befindliches Flüchtlingswohnheim in Barsinghausen bei Hannover ist am 23. Januar ein Brandanschlag verübt worden.

Barsinghausen - Wer fürchtete, der Anschlag auf eine Unterkunft für Flüchtlinge in Barsinghausen könnte das Ende des Bauprojektes sein, der sieht sich getäuscht. Die Stadt will weitermachen und ein Zeichen gegen Rechts setzen. Die Fahndung nach den Tätern geht weiter.

Nach demfremdenfeindlichen Anschlagwill die Stadt Barsinghausen bei Hannover weiter an dem geplanten Flüchtlingsheim festhalten. „Wir werden auf jeden Fall an dem Standort festhalten“, sagte Stadtrat Georg Robra (parteilos) am Montag der dpa in Hannover. Wie stark der Rohbau bei dem Feuer am Samstag in Mitleidenschaft gezogen wurde, sei aber noch offen. „Wir werden jetzt mit einem Gutachter eine Schadensfeststellung durchführen und dann entscheiden, wie wir weiter vorgehen“, betonte er.

Sollte die Bausubstanz so stark beschädigt sein, dass der Bau abgerissen werden müsse, werde es einen Neubau geben, sagte Robra. „Im Moment hoffen wir, dass es sich nur um Rußschäden handelt.“ Um zu einer schnellen Entscheidung zu kommen, solle der Termin mit dem Gutachter noch in dieser Woche stattfinden. „Die Entscheidung, wie es weiter geht, soll spätestens in der kommenden Woche fallen.“

„Es ist richtig, dass die Stadt Barsinghausen an ihren Angeboten für Geflüchtete und ihrer Willkommenskultur festhalten will“, sagte der Grüne-Bundestagsabgeordnete Sven-Christian Kindler. „Wir müssen uns aktiv gegen rechte Kräfte wehren und dürfen ihnen nicht nachgeben, wenn sie Geflüchtete angreifen.“

Die Fahndung der Polizei brachte nach Angaben eines Sprechers noch keine neuen Hinweise auf die Täter. „Wir sind mit Hochdruck dabei, an die Täter heranzukommen“, sagte Innenminister Boris Pistorius (SPD). „Wer sich Gasflaschen illegal besorgt und deponiert, nimmt in Kauf, dass Feuerwehrleute zu Tode kommen. Das ist massive kriminelle Energie.“

Als Reaktion auf den Anschlag soll es am Mittwoch in der Stadt eine Solidaritätsveranstaltung geben. Das Bündnis „Barsinghausen ist bunt“ will mit der Kundgebung ein Zeichen gegen Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit setzen, hieß es in einem Flugblatt, aus dem der Norddeutsche Rundfunk zitiert. Unter dem Motto „Für unser Barsinghausen: weltoffen, mitfühlend und hilfsbereit“ ist ein Demonstrationszug vom Bahnhof zur beschädigten Baustelle der Flüchtlingsunterkunft geplant.

„Wir dürfen keine rechtsfreien Räume dulden und müssen das auf allen Ebenen zum Ausdruck bringen“, betonte die Chefin der Landes-Grünen, Meta Janssen-Kucz. „Nicht die Flüchtlinge bedrohen unsere Demokratie, sondern diejenigen die täglich gegen Flüchtlinge hetzen und Flüchtlingsunterkünfte niederbrennen und Flüchtlinge bedrohen.“

Am Samstagmorgen hatten unbekannte Täter den Rohbau in Brand gesetzt.Aufgrund der geöffneten Gasflaschen in dem Gebäude bestand Explosionsgefahr. Nach Angaben der Polizei entstand ein Schaden von 100.000 Euro, Menschen wurden nicht verletzt. Bis Ende März hätte das Gebäude für 48 Menschen bezugsfertig sein sollen.

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