Bargeld-Spürhunde erschnüffeln Tausende von Euro

Schäferhund Artax erschnüffelt das meiste Geld

Hannover - Geld stinkt nicht, heißt es. Das gilt aber nicht für sechs Diensthunde der niedersächsischen Polizei. Im Sommer 2014 erhielten sie eine spezielle Ausbildung, um von Kriminellen versteckte Scheine aufzuspüren.

Die seit einem Jahr in Niedersachsen eingesetzten Geldschein-Spürhunde haben bereits Zehntausende von Euro entdeckt. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei den sechs Polizeidirektionen. Besonders erfolgreich war demnach der Belgische Schäferhund Artax, der in der Region Göttingen Bargeld erschnüffelt. In einem Erpressungsfall brachte der Rüde die Beamten auf die Spur von 3. 000 Euro, die in einem Computergehäuse versteckt waren. Auch bei anderen, weniger spektakulären Ermittlungen habe der Diensthund Scheine gefunden, sagte die Sprecherin der Polizeidirektion Göttingen, Margret Reinecke. Insgesamt war Artax seit August vergangenen Jahres 17 Mal als Geldspürhund im Einsatz.

Der Zoll am Flughafen Frankfurt arbeitet schon länger mit spezialisierten Hunden, die zum Beispiel in Koffern geschmuggelte hohe Summen aufspüren. Beträge über 10.000 Euro müssen bei Reisen innerhalb der EU angegeben werden. Die Spezialhunde werden zudem mittlerweile in mehreren Bundesländern eingesetzt.

Bei der niedersächsischen Polizei läuft das Pilotprojekt seit Ende Juli 2014. Für die Zusatzqualifikation wurden Schäferhunde ausgewählt, die bereits als Rauschgiftspürhunde im Einsatz sind. In der mehrwöchigen Ausbildung seien sie zusätzlich auf druckfrisches sowie im Umlauf befindliches Bargeld konditioniert worden, sagte Karsten Wolff von der Zentralen Polizeidirektion Hannover. Die Ermittler sind mit den Tieren hochzufrieden. „Der Bedarf war da, und jetzt können wir uns den Einsatz dieser Spezialhunde nicht mehr wegdenken“, betonte Wolff.

Für die Polizeidirektion Osnabrück ist die fünfjährige Hündin Luna als Spürnase unterwegs. Allein im Mai fand Luna bei zwei Wohnungsdurchsuchungen in Osnabrück neben Drogen einmal 6000 Euro und einmal 2000 Euro in versteckten Briefumschlägen. Ein Kuvert steckte hinter einem Schuhschrank. Um an das Geld zu gelangen, mussten die Ermittler sogar den Schrank von der Wand ziehen. Der Leiter der Osnabrücker Diensthundestaffel Franz-Josef Ewerding ist überzeugt: „Die neue Doppelfunktion dieser Diensthunde ist ein zukunftweisendes Einsatzinstrument.“

Für die Polizeidirektion Hannover erschnüffelt die Belgische Schäferhündin Tinga Geldscheine. Zur Art der Einsätze wollten die Beamten in der Landeshauptstadt aus ermittlungstaktischen Gründen keine Angaben machen. Gleiches gilt für die Bargeld-Spürhündin der Polizeidirektion Oldenburg namens Bica. In den Regionen Braunschweig und Lüneburg entdeckten die dort eingesetzten Spürhunde nach Angaben der Fahnder bisher eher kleinere Geldbeträge.

dpa

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