In Niedersachsen steht mehr als die Hälfte aller Bahnen still

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Mehr als die Hälfte der Bahnen steht still.

Hannover - Es wird wieder gestreikt bei der Bahn - und erst am Donnerstagabend soll Schluss sein. Reisende in Niedersachsen brauchen viel Geduld. Die meisten haben sich aber auf den Streik eingestellt.

Geduldsprobe für Bahnreisende: Wegen des Streiks der Lokführer sind am Mittwoch mehr als die Hälfte aller Züge der Deutschen Bahn in Niedersachsen und Bremen ausgefallen. Die Arbeitsniederlegungen gehen bis Donnerstagabend weiter. „Wir streiken morgen bis 21.00 Uhr“, sagte der Bezirksvorsitzende Nord der Lokführergewerkschaft GDL, Hartmut Petersen.

Wo es ging, wichen die Kunden auf private Wettbewerber aus. Der Anteil privater Bahnbetreiber liegt in Niedersachsen mit rund 60 Prozent weit über dem Bundesdurchschnitt, so dass Reisende auf den Regionalstrecken Hamburg-Hannover-Göttingen, Hamburg-Bremen und Osnabrück-Oldenburg-Wilhelmshaven noch vergleichsweise gut voran kamen. Ein Sprecher der Bahn sagte, die Situation an den Bahnhöfen sei sehr ruhig. Die Reisenden hätten sich auf die Lage eingestellt.

Im Fernverkehr fielen nach seinen Worten zwei Drittel aller Züge aus, im Nahverkehr rund 50 Prozent. Der GDL-Vorsitzende bestätigte das. „Die meisten Kunden habe sich damit abgefunden und nach Alternativen gesucht.“ Die Lokführer seien aber einhellig der Meinung, dass der Streik im Grunde noch viel länger dauern müsse, damit die Bahn erkenne, dass das Zugpersonal vernünftige Arbeitsbedingungen verdient habe.

Die Gewerkschaft will fünf Prozent mehr Geld und eine Stunde weniger Arbeitszeit pro Woche für die Lokführer durchsetzen. Der GDL-Bezirksvorsitzende Petersen sagte, in Niedersachsen werde der Zugbetrieb vor allem auf der Strecke zwischen Hannover und Berlin aufrechterhalten. In der Fläche gab es nach seinen Schätzungen eine Ausfallquote von etwa 70 Prozent. Im Norden wollen nach seinen Worten auch am Donnerstag etwa 500 bis 600 Lokführer und Zugbegleiter streiken.

Der Bahnverkehr auf den ostfriesischen Inseln funktionierte ohne Probleme: Auf Wangerooge etwa fuhr die einzige Meterspurbahn der Deutschen Bahn trotz des Streiks der Lokführer weiter. Die Diesellokomotive brachte wie gewohnt Urlauber vom Fähranleger im Hafen zum Inselbahnhof. Auch auf Borkum und Langeoog fuhren die Züge vom Hafen zur Inselmitte - sie werden von der Reederei AG Ems und der Kommune betrieben und sind damit nicht vom Streik betroffen. Die Bahnkonkurrenten in Niedersachsen profitieren von dem Ausstand. An außerplanmäßigen Haltestellen etwa in der Region Hannover nahmen sie Hunderte Pendler auf.

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