Bahnstreik-Ende

Pfingstverkehr kann wieder normal rollen

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Symbolbild

Niedersachsen -  Mit dem Ende des Bahnstreiks sollen die Züge wieder normal rollen - das freut die Tourismusbranche, besonders an der Küste. Fahrgäste und Wirtschaftsverbände sehen das Streikende jedoch mit Skepsis.

Trotz der Absage des Bahnstreiks wird es zum Pfingstwochenende recht voll auf den Straßen in Niedersachsen. Mit Chaos und Rekord-Staus auf den Autobahnen rechnet der ADAC jedoch nicht. Die Tourismusbranche zwischen Harz und Küste freut sich über die rollenden Züge - die Gäste können über das lange Pfingstwochenende anreisen. Auch die niedersächsischen Wirtschaftsverbände atmen auf und setzen nun auf die neuen Tarifverhandlungen.

„Keine Panik, aber auch keine Entwarnung“, sagte Christine Rettig vom ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt am Donnerstag. Sie erwarte wie jedes Jahr zu Pfingsten dichten Verkehr und Staus, besonders an Baustellen. „Man muss auf jeden Fall Geduld mitbringen und mehr Zeit einkalkulieren.“ Verkehrs-Nadelöhre sind für Rettig der Großraum Hamburg (A 1/A 7) und der Bereich rund um Bremen an der A 1, aber auch an der A 27 bei Achim. Staus drohen auch an einer Baustelle an der A 2 bei Helmstedt, dort sei die Fahrbahn auf einer Länge von acht Kilometern verengt.

Zum Pfingstwochenende sollen die Züge wieder nach dem normalen Fahrplan die Bahnhöfe verlassen. Viele Fahrgäste nahmen das Streikende jedoch skeptisch auf: „Das Hin und Her ist schon anstrengend. Ich hoffe, dass die Schlichter frischen Wind in die Verhandlungen bringen“, sagte Dana Mauer am Hauptbahnhof in Hannover. Andere Reisende sind mit Blick auf die Tarifverhandlungen zwischen GDL und Bahn weniger zuversichtlich. „Die Schlichter sind nur Mittel zum Zweck. Sie wirken gut, bringen den medial-politischen Machtkampf aber nicht weiter“, sagte Florian Kaeufner.

Großes Aufatmen angesichts der anrollenden Züge gab es bei den Vermietern von Ferienunterkünften an der Küste. Pfingsten gehört mit zu den umsatzstärksten Saisonzeiten. „Eine große Absagewelle haben wir nicht“, sagte Marketingchef Herbert Visser auf Norderney. Für die Tourismusbranche war der Bahnstreik dennoch unangenehm und nervig. In den vergangenen Tagen habe es Beschwerden von Urlaubern wegen Problemen bei der Anreise gegeben, sagte Sonja Janßen vom Tourismusverband Nordsee in Jever (Kreis Friesland). Zudem beklagten sich Hoteliers, weil Gäste absagen oder umbuchen wollten.

Niedersächsische Wirtschaftsverbände hatten den tagelangen Ausstand stark kritisiert. „Wir sind erleichtert, dass der Streikwahnsinn bei der Bahn erst einmal eine Ende hat. Mit der Schlichtung zu beginnen, war überfällig“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands NiedersachsenMetall, Volker Schmidt. Die Streiks im Güterverkehr seien eine gewaltige Herausforderung für die Unternehmenslogistik gewesen. Susanne Schmitt, Hauptgeschäftsführerin der NIHK, appellierte an die Teilnehmer der Tarifverhandlungen: „Jetzt heißt es aber auch, dass die Tarifpartner schnell und konstruktiv an einer nachhaltigen Lösung arbeiten, die für alle Beteiligten akzeptabel ist und langfristig weitere Streiks verhindert.“
dpa

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