Neubaustrecke bleibt Option

Bahn setzt bei Y-Trasse auf Ausbau

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Die Deutsche Bahn möchte bei der umstrittenen Y-Trasse für Güterzüge die Möglichkeit einer Neubaustrecke für die Zukunft offen halten, zunächst aber bestehende Strecken ausbauen. 

Hannover/Hamburg- Bei der Y-Trasse für Güterzüge unterstützt die Deutsche Bahn den von einem Dialogforum geforderten Ausbau bestehender Strecken. Wenn die Zahl der Güterzüge aber weiter steige, müsse eine Neubaustrecke eine Option bleiben. Dies wiederum lehnt Verkehrsminister Lies ab. 

Die Deutsche Bahn will bei der umstrittenen Y-Trasse für Güterzüge das sich abzeichnende Votum des Dialogforums zum Ausbau bestehender Strecken akzeptieren. Sie halte es sich jedoch offen, zu einem späteren Zeitpunkt bei Bedarf weitere Maßnahmen zu beantragen, sagte der Norddeutschland-Chef der Bahn, Ulrich Bischoping, der Deutschen Presse-Agentur in Hannover. Zuerst sei jetzt der Bund gefordert, den von dem Dialogforum mit breiter Mehrheit unterstützten Ausbau bestehender Strecken nach der Alpha-Variante umzusetzen. Die Verkehrsprognosen zeigten aber, dass dennoch in einigen Jahren Engpässe drohen können. „Dann müssen wir über weitere Maßnahmen nachdenken.“ Welche dies sein könnten, lasse sich jetzt noch nicht eingrenzen, so Bischoping. Nicht ausschließen wollte er dabei die von Hamburg ins Gespräch gebrachte Neubaustrecke entlang der Autobahn 7 Richtung Hannover, die den Eingriff in die Natur aufgrund der Bündelung reduziert.

Niedersachsens Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) lehnte die Option einer Neubaustrecke zu einem späteren Zeitpunkt ab. „Das Dialogforum hat eine Lösung gefunden. Mit der weiterentwickelten Alpha-Variante werden alle Anforderungen aus dem Bundesverkehrswegeplan bis 2030 erfüllt“, sagte Lies am Dienstag. „Einen Neubau entlang der A 7 schließen wir aus.“ Jetzt müsse Schluss sein mit jahrzehntelangen Debatten um theoretische Strecken. „Das würde bei der A7-Variante wieder passieren.“ Jetzt gehe es um umsetzbare Lösungen wie die Alpha-Variante - das sei der Erfolg des Forums. Sinn in einem stufenweisen Ausbau sieht indes der Niedersächsische Industrie- und Handelskammertag (NIHK). „Was für uns wichtig ist, ist eine Lösung, die zeitnah und konkret umsetzbar ist“, sagte NIHK-Hauptgeschäftsführerin Susanne Schmitt. „Man darf sich aber mit einer kurzfristigen Lösung eine langfristige Lösung nicht nehmen.“

Bei der seit mehr als 20 Jahren geplanten Y-Trasse ging es zunächst um eine Neubaustrecke für den ICE-Verkehr von Hannover nach Hamburg und Bremen. Seit einiger Zeit aber liegt der Fokus auf der Schaffung zusätzlicher Kapazitäten für die wachsenden Gütermengen von und zu den norddeutschen Seehäfen. Das Dialogforum mit Vertretern von Kommunen, Bürgerinitiativen und Umweltverbänden erarbeitet derzeit eine Empfehlung an das Bundesverkehrsministerium, welche Strecke die meiste Unterstützung findet.

Anfang Oktober stimmte das Forum mehrheitlich für die Alpha-Variante, die einen zweigleisigen Ausbau zwischen Verden und Rotenburg sowie ein drittes Gleis von Lüneburg nach Uelzen sowie Verbesserungen auf anderen Abschnitten vorsieht. Das Dialogforum habe klar gezeigt, dass eine Neubaustrecke nicht durchsetzbar ist, sagte Bischoping. Deshalb befürworte auch der Bahnvorstand, jetzt das an Ausbau umzusetzen, was machbar sei. „Ok, lassen wir uns auf das Alpha ein und fangen wir an.“ Wenn das Dialogforum an diesem Donnerstag seine Empfehlung schriftlich fixiere, müsse aber eine Öffnungsklausel eingebaut werden, die weitere erforderliche Baumaßnahmen in der Zukunft ermögliche.

Bei der Umsetzung der Alpha-Variante könne bereits kurzfristig die Planung für den zweigleisigen Ausbau von Rotenburg nach Verden beginnen, sagte Bischoping. Die Arbeiten dort ließen sich leichter umsetzen als das dritte Gleis zwischen Lüneburg und Uelzen, wo die Bahn mitten durch städtische Gebiete laufe und möglicherweise auch in bestehende Bebauung eingegriffen werden müsse.

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